Bürgerinitiative gegen Windpark: Flyer an alle Haushalte und Unterschriftenaktion

Widerstand rollt an

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Henrik Wohlers und Onno Legler (vorne, v.l.) präsentieren den Flyer gegen den Windpark, der ab der kommenden Woche an die Haushalte in der Gemeinde gehen soll. Karl-Heinz Brüns und Manfred Helmers (v.l.) zeigen anhand eines Modells, das Größenverhältnis von Windrad zum Wohnhaus bei einem Abstand von 500 Metern auf.

Haidhäuser - Nach einem ersten Lebenszeichen während der Ratssitzung Mitte März macht die seit rund anderthalb Monaten bestehende Bürgerinitiative gegen den geplanten Windpark in Haidhäuser nun mobil.

Ab kommender Woche sollen rund 2 500 Flyer, auf denen sie über die Nachteile des Projektes informiert, per Postwurf-Sendung in der Gemeinde verteilt werden. Daneben möchte die Bürgerinitiative eine Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben starten.

Das Ziel der Gruppe um Manfred Helmers, Karl-Heinz Brüns, Alfred und Hergen Wohlers sowie Dirk Abel ist klar: Der Windpark soll zu den Akten gelegt werden. „Die Alternative wäre ein Abstand der Windräder zur Wohnbebauung von 1 000 Metern. Das lässt sich aber mit der Fläche nicht vereinbaren“, erklärten sie gestern Abend. Zudem appellierten sie an alle Einwohner, die gegen das Projekt sind, den noch bis zum 23. Mai im Rathaus öffentlich ausliegenden Entwurf zur Flächennutzungsplan-Änderung einzusehen und im Rahmen der Bürgerbeteiligung entsprechende Bedenken zu äußern.

Wie Helmers berichtete, seien rund 50 Anlieger in 19 Häusern, die direkt im Dunstkreis von 500 Metern liegen, betroffen. Hinzu kommen weitere, die nicht nur optische Einschränkungen hinnehmen müssten, sollte das Projekt realisiert werden. So fürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative neben dem Schattenwurf und dem Wertverlust ihrer Immobilien auch gesundheitliche Risiken durch Lärm und Infraschall. „Bei allem Verständnis für den Klima schutz darf es nicht sein, dass der Mensch keine Rolle mehr spielt“, betonte Brüns. Die Einwohner in diesem Bereich müssten ohnehin schon mit einer Vielzahl an Biogas- und Mastanlagen sowie bereits bestehenden Windrädern einiges hinnehmen.

„Wir wollen nicht Unruhe stiften, sondern aufklären“, hieß es gestern. Dennoch soll „das Vorhaben schnell zu Fall“ gebracht werden. Denn der Umstand, dass Einwohnern aus der Gemeinde die Möglichkeit eingeräumt wird, sich finanziell an dem Windpark zu beteiligen und auch die Flächeneigentümer profitieren, beginne bereits, das Dorf zu entzweien. „Wir wollen aber, dass die gute Gemeinschaft in Brettorf und den Bauerschaften erhalten bleibt“, so Brüns.

Enttäuscht zeigen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative von allen Ratsfraktionen, mit denen persönlich Gespräche geführt wurden, sowie von Bürgermeister Heino Pauka. Dieser habe zwar versucht, in Einzelgesprächen mit den Anliegern die Wogen zu glätten. „Aber 2002 hat er auch versprochen, dass die Gemeinde das Thema Windenergie zu den Akten legt und es keine weitere Diskussion geben wird“, bezog sich Helmers auf alte Zeitungsberichte.

Wer die Bürgerinitiative unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an wind-mit-vernunft@gmx.de oder telefonisch unter 01573/ 6678910 melden. · ts

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