Jetzt werden ehrenamtliche Fahrer gesucht / Politik muss sich mit der Finanzierung beschäftigen

„BürgerBus“ kommt in Fahrt

Karl Schulze Temming-Hanhoff, Claudia Petermann und Renate Hocke (v.l.) präsentierten ihre Pläne für den Wildeshauser „BürgerBus“.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (hen) · Die Ampeln für den geplanten „BürgerBus“ der Stadt Wildeshausen stehen weiterhin auf Grün. Durchweg positive Signale gab es am Mittwochabend im historischen Rathaussaal aus den Reihen der Politik sowie von Vereinen und Bürgern. Auch die Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) steht bereit, das Projekt mit Rat und Tat zu unterstützen. Renate Hocke, Claudia Petermann und Karl Schulze Temming-Hanhoff von der Lenkungsgruppe informierten die rund 40 Anwesenden detailliert über den aktuellen Stand der Dinge.

„Eine tolle Leistung“, lobte die SPD-Fraktionsvorsitzende Evelyn Goosmann. Die Stadt könne froh sein, wenn der „BürgerBus“ in Fahrt käme.

„Seit etwa einem Jahrzehnt beschäftigen wir uns damit. Aber so konkret wie heute war es noch nie“, betonte der Ratsvorsitzende Uwe Leinemann. Positiv sei auch die Tatsache, dass andere Modelle bisher erheblich teurer gewesen seien.

„Ein tolles Projekt von Bürgern für Bürger“, schloss sich Wildeshausens Bürgermeister Kian Shahidi an. Die große Zustimmung und die Einigkeit aus den Reihen der Politik verlange, dass der „BürgerBus“ zum Laufen gebracht werde.

Zuvor hatte die Lenkungsgruppe Zahlen auf den Tisch gelegt. Das von ehrenamtlichen Fahrern gesteuerte behindertengerechte Fahrzeug sei bereits im Bereich des Verkehrsverbundes Bremen-Niedersachsen in neun Städten unterwegs. „Genutzt wurde dieses Angebot im vergangenen Jahr von rund 80  000 Fahrgästen“, informierte Renate Hocke.

Im Rahmen einer Bürgerbefragung seien 1 500 Fragebögen mit einem Rücklauf von rund 30 Prozent verteilt worden. Bei der Auswertung habe sich ergeben, dass 63 Prozent der Befragten das Angebot bis zu fünf Mal in der Woche und häufiger nutzen würden. Mit über 30 Prozent waren Einkäufe, Arztbesuche und Fahrten zu weiterführenden Linien wie von Bus und Bahn die wichtigsten Fahrzwecke. Fahrten zur Freizeitgestaltung und zum Arbeitsplatz folgten mit etwa 22 beziehungsweise acht Prozent.

„80 Prozent aller Fahrtwünsche könnten in der Zeit von montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr erfüllt werden“, sagte Claudia Petermann. In diesem Zeitraum sei geplant, die Haltestellen im Zwei-Stunden-Takt zu bedienen. Angebunden sind auf jeder der drei geplanten Routen mit den Zielen Katenbäker Berg/ Diakonie Himmelsthür, Kleinenkneten und Spascher Sand die Haltestellen Bahnhof, Wester- oder Huntestraße, Krankenhaus Johanneum und der Westring. Als reguläre VBN-Linie würden alle Fahrten innerhalb der Stadtgemeinde bei einem Vierer-Ticket 1,40 Euro kosten.

Rund 2 000 Fahrplanstunden und weitere 2 000 Organisationsstunden würde der Verein jährlich kostenlos zur Verfügung stellen und der Stadt zusätzlich 70 000 Euro Fördermittel von der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und dem Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen sowie Sponsorengelder einbringen. Benötigt würden im Gegenzug aus der Stadtkasse im ersten Jahr einmalig rund 24  000 Euro, in allen weiteren Betriebsjahren etwa 12 000 Euro, was auch über eine Kostenunterdeckungszusage erfolgen könne.

Zudem sei es überaus wichtig, ehrenamtliche Fahrer und weitere Mitstreiter für die anstehende Vereinsgründung zu gewinnen. Spontan erklärte sich Gerda Lehmensiek bereit, sich als ehrenamtliche Fahrerin für das Projekt zu engagieren, während Lothar Döhnert von der Verkehrswacht Oldenburger Land kostenlose Sicherheitstrainings für die Fahrer versprach.

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