Kriminologische Regionalanalyse im Landkreis Vechta

Bürger beurteilen ihre Sicherheit

Gerhard Meyer (Polizei Vechta), Herbert Winkel (1. Kreisrat), Professor Dr. Yvette Völschow (Hochschule Vechta), Wiebke Janßen und Walter Sieveke (Leiter der Polizei im Landkreis) sind an der Analyse beteiligt.

Oldenburg - VECHTA (cs) · Genau 5 840 Einwohner des Landkreises Vechta, die älter als 14 Jahre sind, werden zum Wochenende Post bekommen. Im Umschlag: Ein Fragebogen zum Sicherheitsgefühl und zu den Erfahrungen mit Kriminalität der Bürger. Diese Bürgerbefragung ist Teil einer Kriminologischen Regionalanalyse (KRA) für den Landkreis.

Seit April vergangenen Jahres kooperieren der Arbeitsbereich Sozial- und Erziehungswissenschaften der Hochschule Vechta, der Landkreis und das Polizeikommissariat in Vechta. „Ziel der Analyse ist es, eine Grundlage für die langfristige Präventionspolitik zu schaffen“, erklärt Projektkoordinatorin Wiebke Janßen von der Uni Vechta. Statistische Daten und subjektives Empfinden der Bürger werden gegenübergestellt. Besonders berücksichtigt wird die Gewaltprävention von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

„Wir erstellen auch eine Präventionslandkarte, in der Einrichtungen von Freizeits- und Präventionsangeboten im gesamten Landkreis aufgezeichnet sind“, erklärt Janßen. So könnten Eltern für ihre Kinder das passende Angebot in der Nähe finden – entweder zur Freizeitgestaltung, oder aber auch beispielsweise zur Gewaltprävention.

Doch das kommt erst zum Ende der Analyse, die bis Anfang 2011 abgeschlossen sein soll. Zunächst werden Daten aus der Kriminalstatistik in den einzelnen Gemeinden mit dem subjektiven Sicherheitsempfinden der Bürger – ermittelt durch den Fragebogen – verglichen. „Auf dem sechsseitigen Fragebogen geht es darum, ob ich mich sicher fühle an meinem Wohnort, wie zufrieden ich mit der Polizeiarbeit bin, oder ob mir schon Straftaten widerfahren sind“, erklärt Janßen. Schließlich werde auch nicht jede Tat zur Anzeige gebracht – die Dunkelfeldziffer könne so besser eingeschätzt werden.

Für die Bürgerbefragung wird der Landkreis in 25 Quartiere unterteilt. Die Daten werden anonym erhoben, lediglich die Quartiersnummer lässt Rückschlüsse auf den Wohnort der Befragten zu.

Der mögliche Handlungsbedarf für die Politik soll durch das Projekt aufgezeigt werden. Wie dieser aussieht, wird sich Anfang 2011 mit der Veröffentlichung des Projekts zeigen. Bis dahin werden etwa 164 000 Euro in die Analyse investiert. Bezahlt wird die KRA zum größten Teil durch den Niedersächsischen Landespräventionsrat. Doch auch der Landkreis unterstützt die Analyse finanziell. Jetzt beispielsweise zahlt er Porto- und Druckkosten für die Bürgerbefragung.

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