Befragung in Großenkneten liefert eindeutiges Ergebnis gegen das Bauvorhaben

Bürger bescheren Schlachthof das Aus

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Die Bürgerbefragung stieß bei diversen Medien auf großes Interesse. Bürgermeister Thorsten Schmidtke stellte sich gestern den Fragen der Journalisten.

Ahlhorn - Von Jan Schmidt. Großenkneten sagt „Nein“ zur Ansiedlung einer Hähnchenschlachterei im Ortsteil Ahlhorn. Laut dem Ergebnis der Bürgerbefragung haben sich 4162 Menschen aus der Gemeinde gegen die Realisierung des Projektes positioniert.

Das entspricht einem Anteil von 56,37 Prozent der Gesamtstimmen. Dafür gestimmt haben 3 21 Einwohner (43,63 Prozent). Die Beteiligung lag bei 63,25 Prozent – sie war damit sogar noch höher als bei der Bürgermeisterwahl am 7. April dieses Jahres (damals 59 Prozent).

„Das Ergebnis ist nicht bindend“, betonte gestern Klaus Bigalke, erster Gemeinderat, während einer Pressekonferenz. Letztendlich müsse der Rat entscheiden.

Da die Mehrheitsgruppe aus CDU und FDP aber schon im Vorfeld erklärt hatte, sich an der Bürgerbefragung orientieren zu wollen, dürfte das Thema Schlachthof für Großenkneten erledigt sein. „Ich habe mit Herrn Kreienborg, dem Investor, telefoniert. Er hat das Ergebnis zur Kenntnis genommen“, berichtete Bigalke.

Bürgermeister Thorsten Schmidtke zeigte sich gestern erleichtert. „Das Ergebnis der Bürgerbefragung werte ich als Erfolg für mich, meine Arbeit und den Bürgerwillen in Großenkneten“, sagte er und outete sich erneut als bekennender Gegner des Schlachthofs. Angesichts der hohen Beteiligung habe der Rat mit der Bürgerbefragung die richtige Entscheidung getroffen. „Es gibt Themen, bei denen sollte die Bevölkerung direkt mit einbezogen werden“, meinte Schmidtke.

Nach der Auszählung der Stimmen informierte die Verwaltung umgehend die Politik. Als nächstes soll das Ergebnis nun während der Sitzung des Fachausschusses am Montag, 18. November, beraten werden. Eine endgültige Entscheidung gibt es voraussichtlich noch in diesem Jahr. Der Gemeinderat tagt am 16. Dezember.

Investor Kreienborg war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Dagegen feierten einige Bürger vor dem Rathaus mit Champagner. „Gezittert habe ich zu keinem Zeitpunkt“, freute sich Wilfried Papenhusen, Sprecher der Bürgerinitiative „Bündnis MUT“. Ein anderes Ergebnis wäre aus seiner Sicht nicht logisch gewesen. Wie seine Reaktion ausgesehen hätte, wenn die Abstimmung pro Schlachthof ausgefallen wäre? „Diese Frage stellt sich nicht“, erklärte Papenhusen mit einem Augenzwinkern. Er räumte jedoch ein, dass er sich durchaus ein noch deutlicheres Ergebnis gewünscht hätte. Gefreut habe ihn umso mehr die hohe Wahlbeteiligung. Sie zeige, dass es in der Bevölkerung ein allgemeines Umdenken gebe. „Immer mehr Menschen engagieren sich für die bäuerliche Landwirtschaft – auch überregional“, so Papenhusen. Es sei zwar nicht damit zu rechnen, dass der Investor einen neuen Anlauf starte. Sollte es dennoch so weit kommen, würden die Proteste weitergehen – übrigens auch in anderen Gemeinden. „Wir bleiben Herrn Kreienborg treu“, kündigte Papenhusen an.

Genau wie Bürgermeister Schmidtke legte Papenhusen Wert darauf, nicht die etablierte Firma Kreienborg/Kreienkamp in Wildeshausen zu verunglimpfen. Lediglich die geplante Vervielfachung der Produktion sei im Sinne des Tier- und Umweltschutzes nicht zu tolerieren.

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