Landesjugendblasorchester zeigt große Spielfreude und Musik in Profiqualität bei Auftritt in Wildeshausen

Bombastisches Konzerterlebnis in der Widukind-Halle

Matthias Höfert brachte die Musiker zu Höchstleistungen.
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Matthias Höfert brachte die Musiker zu Höchstleistungen.

Wildeshausen - „Bombastisch“, tönte es während der Pause aus den Reihen der Konzertbesucher. Das Landesjugendblasorchester Niedersachsen heizte am Donnerstagabend seinen gut 300 Gästen in der Wildeshauser Widukind-Halle ordentlich ein.

Hand- und mundgemachte Musik in absoluter Profiqualität – und das obwohl die jüngsten Spieler gerade mal zwölf Jahre alt sind – präsentierten die Jugendlichen mit soviel ansteckender Spielfreude, dass dem Publikum gar keine andere Reaktion übrig blieb als höchste Begeisterung.

Der Ursprung der vibrierenden Energie, die während der Musikstücke durch den Saal ging, war ohne Schwierigkeiten auszumachen: Dirigent Matthias Höfert schien vollkommen in seinem Element. Kein Wunder, dass neben der Musik auch er einen Löwenanteil an dem „tierischen Spaß“ verursacht, den die Jugendlichen nach eigenem Bekunden beim Musizieren haben.

Die Konzertgäste erfuhren zwischen den Stücken einiges über die Jugendlichen selbst, die abwechselnd für die Moderation sorgten. Die Zuschauer hörten nicht nur, wer gerne mal den Probenbeginn verschläft, sondern auch, was die Jugendlichen an den vorgespielten Stücken am meisten bewegt.

So spornte John Williams‘ „Olympic Spirit“ die Spieler zu Höchstleistungen an – „genau wie die Olympioniken sie bringen“. Mit Witz und Charme wurde von einem hochgewachsenen Orchestermitglied Höferts Bearbeitung von Edward Griegs „Zug der Zwerge“ angekündigt. Verlust und Verzweiflung, aber vor allem die Wiedergeburt der Hoffnung, bewegten die Spieler bei James Barnes‘ „III. Symphonie“, die er seiner verstorbenen Tochter widmete.

Die Freude und Liebe, die die Jugendlichen mit ihrer Musik und dem Spiel ihrer Instrumenten verbinden, findet sich laut der jungen Musiker auch im Motto der 2012 aufgenommenen CD wieder: „Wenn Musik die Liebe nährt“ heißt die Scheibe, mit der die Konzertbesucher den Klang des Landesjugendblasorchesters mit nach Hause nehmen konnten.

Im Vergleich zum ersten Teil, in dem das Orchester in absolut perfekt aufeinander abgestimmten und mit vielen Soli „verzierten“ Zusammenspiel besonders eine oft vernachlässigte Leichtigkeit der Blasmusik zum Ausdruck brachte, ging es nach der Pause noch fulminanter weiter.

Bezeichnend war unter anderem das Stück „Aufbruch“, das dem Publikum ein kleiner blonder Fratz aus den Reihen der Spieler ans Herz legte. „Rolf Rudin komponierte das Werk 2008 extra für uns – da war ich allerdings noch nicht dabei“, erklärte die junge Musikerin freimütig und ergänzte mit durchaus vorwitziger Note: „Ich will Sie jetzt auch gar nicht weiter stören, aber damals belegten meine Kollegen beim internationalen Orchesterwettbewerb in Italien mit dem Stück den hervorragenden ersten Platz in der Höchststufe ‚Eccellenza‘.“

Mit John Williams‘ „Summon the heroes“ endete das mehr als zweistündige Konzert schließlich und das Publikum feierte ihre Helden des Abends mit gebührendem Applaus. · an

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