In Wiefelstede erhitzen Windkrafträder die Gemüter

„Blinde Ideologie“

Oldenburg - WIEFELSTEDE (dn) · Größer, effizienter, leistungsstärker: Wenn man Peter Ramsauer glauben darf, ist das „Repowering“ – zu deutsch: nachrüsten – eine ganz sichere Sache.

Viele kleine Windkraftanlagen, so der Plan des Bundesverkehrsministers, sollen durch wenige große ersetzt werden, um das Land, wie er sagt „zu entspargeln“. Ramsauers wohlklingender Vorschlag trifft in Wiefelstede-Conneforde im Kreis Ammerland allerdings auf wenig Gegenliebe. Seit Monaten tobt in der Provinz ein erbitterter Streit um das „Repowering“ des Windparks Conneforde, gegen das sich in der Bevölkerung eine breite Front von Widersachern gebildet hat. „Wir haben zehn Jahre mit den Anlagen gelebt“, meint Gerd Janßen, Sprecher einer Interessengemeinschaft im Ort, die am Dienstag mit 150 gesammelten Unterschriften zum Wiefelsteder Bürgermeister Helmut Völkers ins Rathaus zog und noch einmal betonte: „Die Geräusche sind teilweise nicht auszuhalten.“ Ein Landwirt meinte: „Ich sehe nicht ein, dass die Windräder jetzt noch mehr Schatten auf die Felder werfen.“

Und dieser würde nach Plänen der Firma IFE Eriksen weiter zunehmen. Die Oldenburger Firma will die drei bestehenden Windkrafträder in Sinne der

▪ Bürgerbeteiligung

▪ im Januar

Wirtschaftlichkeit von 80 auf 149 Meter erhöhen. In der Bauausschusssitzung vor einem Monat stimmte der Ausschuss mit den Stimmen der Koalition aus SPD und Grünen für das „Repowering“ und zog sich damit den Zorn der Opposition und rund 150 Bürger zu, die zu der Sitzung gekommen waren und die Entscheidung mit Buh-Rufen quittierten. „Wenn man der blinden Ideologie folgt, dass Windkraft die Welt rettet“, spottet Janßen, „dann kann man dagegen wohl nichts machen.“

Völkers ist sich der Brisanz des Themas und der Verantwortung der Politik durchaus bewusst. „Wir müssen abwägen“, meinte der Bürgermeister: „Dafür spricht der Klimaschutz, dagegen der Schatten und die Geräusche.“ Allerdings stehe das Verfahren, das der Verwaltungsausschuss am Montag endgültig in die Wege geleitet hat, erst am Anfang. „Es wird im Januar eine vorgezogene Bürgerbeteiligung geben, in die auch die Unterschriftensammlung mit einfließt“, so Völkers. Dass die Bevölkerung selbst viel Einfluss nehmen kann, glaubt Janßen allerdings nicht. „Wir haben mit der Unterschriftensammlung einen ersten Schritt gemacht“, meint er achselzuckend: „Letztlich liegt es aber an den Ratsvertretern, was die daraus machen.“

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