„Vernunft abhanden gekommen“

FDP bitter enttäuscht von CDU

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (dr) · Tief enttäuscht vom Abstimmungsverhalten der CDU im Haushalts-, Wirtschafts- und Entwicklungsausschuss zeigt sich Hergen Stolle von der FDP-Fraktion im Rat.

Diese hatte, wie gestern berichtet, einem Zuschuss für einen Tierheim-Neubau in Höhe von 88 000 Euro zugestimmt. Für Verärgerung sorgt bei Stolle, dass die CDU keine Bedingungen an die Zusage geknüpft hat. Er selbst hatte einen Alternativvorschlag formuliert, in dem er 50 000 Euro für die Finanzierung des Tierheimes gewähren wollte. Zudem sollten die finanzierenden Kommunen auch Grundstückseigentümer werden, „damit bei einer Auflösung der Tierschutzgruppe Wildeshausen (TSGW) nicht sämtliches Vermögen weg ist oder womöglich an den Deutschen Tierschutzbund fließt“. Dieser, so Stolle, pflege eine Zusammenarbeit mit der militanten PETA-Gruppe, die wiederum Landwirtschaftsministerin Astrid Grotlüschen hart angegangen hatte.

Den geringeren Beitrag von 50 000 Euro begründet Stolle damit, dass die „öffentliche Hand nicht zwingend auch noch ein Wohnhaus mitfinanzieren müsse“. „Hierfür kann ein Kredit aufgenommen werden, und mit der Miete kann der Kredit abgetragen werden“, so der Liberale, der an die „abhanden gekommene Vernunft der CDU“ appelliert, sich ihr Verhalten noch einmal zu überlegen. Er vermutet für diese Vorgehensweise „ausschließlich wahltaktische Gründe“.

Für Kopfschütteln sorgten Stolles Ausführungen im Ausschuss, dass der Stadt Wildeshausen ein Grundstück an der Glaner Straße angeboten worden sei. Die Tierschutzgruppe habe sich aber überhaupt nicht um das Grundstück gekümmert und Verhandlungen verzögert, so sein Vorwurf.

Christina Poppe, Vorsitzende der TSGW, schildert den Zusammenhang anders. Sehr wohl habe man das Grundstück besichtigt. Einerseits habe es zuerst vom Investor der Privatschule Gut Spascher Sand Proteste gegen ein Tierheim gegeben. Andererseits müsse die TSGW beim Kreis eine Bauvoranfrage stellen. „Als wir das gemacht hatten, war das Grundstück schon kurz darauf verkauft“, so Poppe, die sich zudem in den vergangenen Monaten zusammen mit Tierschützern diverse Objekte – auch in Dötlingen – angesehen hatte.

Stolle vermutet andere Gründe, warum es mit dem Verkauf der Grundstücks an der Glaner Straße an die Tierschutzgruppe nicht geklappt hat. Ein wenig nebulös behauptet er, dass man bei genauerer Recherche erkennen könne, wer in dieser Frage einen Nutzen gehabt habe.

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