Beckelner Rat erteilt Einvernehmen zu privilegiertem Vorhaben / Düngemittelfirma nimmt Großteil der Wärme ab

Biogasanlage findet offenbar Akzeptanz

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenGROSS KÖHREN · Es gibt sie offenbar noch: die Biogasanlage mit nicht störender Lage, günstiger Verkehrsanbindung und intelligentem Wärmekonzept, die in der Bevölkerung Akzeptanz findet. Diesen Eindruck zumindest hinterließ am Dienstagabend der Verlauf der Sitzung des Beckelner Rates im Gasthaus „Asendorf‘s Bauerndiele“.

Jürgen Evers, der in Groß Köhren Sauenhaltung und Schweinemast betreibt, sowie Putenmäster Hergen Bahrs haben den Bauantrag bereits eingereicht: Als Gesellschafter der Beveba GmbH & Co. KG streben sie an, eine geplante Biogasanlage mit 500 Kilowatt (kW) elektrischer Leistung im Herbst 2011 in Betrieb zu nehmen. Die Verkehrsanbindung erfolgt im Wesentlichen über die Landesstraße 341 und weiter über einen Privatweg. Die Anlage mit zwei Fermentern, einem Nachgärbehälter, Lagerhalle, Silageplatte und Regenrückhaltebecken soll hinter Evers‘ Schweinemaststall in Groß Köhren gebaut werden. Zwei Blockheizkraftwerke sehen die Bauherren vor: Der kleinere der beiden Gasstrommotoren mit 150 kW Leistung wird direkt bei der Anlage stehen, der größere – mit 350 kW – bei der Beckelner Düngemittelfabrik Beckmann als Hauptwärmeabnehmer. Zu dem Betrieb muss daher eine Gasleitung gebaut werden. Gespeist wird die Anlage mit Gülle, Mist sowie Mais von eigenen und Vertragsanbauflächen, die überwiegend in der Gemeinde Beckeln liegen.

Da es sich um ein privilegiertes Vorhaben nach § 35 des Baugesetzbuches handele, habe die Gemeinde wenig Einflussmöglichkeiten, verdeutliche Samtgemeinde-Bauamtsleiter Jens Hüfner. Sie müsse im Wesentlichen prüfen, ob eigene Planungen berührt seien. „Das ist nicht der Fall. Die Fläche liegt im Außenbereich“, sagte Hüfner. Ansonsten müsse die Erschließung gesichert sein. Auch hier sah der Amtsleiter keine Probleme – selbst dann nicht, wenn ein Teil des An- und Abfuhrverkehrs über den Gemeindeweg „Heckenhäusen“ rolle, denn der sei „vernünftig befestigt“. Hüfners Fazit: „Aus baurechtlicher Sicht kann ich nichts finden, was dagegen spräche, das Einvernehmen zu erteilen.“ Dieser Empfehlung folgte der Rat einstimmig bei Enthaltung von Ines Evers. In dem gefassten Beschluss betont die Gemeinde zusätzlich, sie gehe davon aus, dass der Landkreis Oldenburg durch eine Begrenzung der Biogas-Produktionsmenge die Nichtüberschreitung der 500-kW-Leistungsgrenze sicherstellen werde. „Wir wollen in Zukunft keine Atomkraft, sondern erneuerbare Energien, haben aber vor Ort oft das Problem, dass die Akzeptanz nicht gegeben ist“, sagte Ratsherr Cord Remke in der Beratung. Er fand es „positiv, dass für die Substratlagerung extra eine Halle gebaut werden soll“, und begrüßte auch das Wärmekonzept.

Die Nutzung regenerativer Energien geschieht in der Gemeinde Beckeln bislang vor allem in Form privater Photovoltaikanlagen. Eine Biogasanlage gebe es noch nicht, „und mit dem Windpark hat‘s bekanntlich auch nicht geklappt“, erläuterte Remke. Er appellierte an Jürgen Evers und Hergen Bahrs, sich dauerhaft um Wahrung der Akzeptanz zu bemühen.

Auf Bitten von Günter Wöbse unterbrach der Rat seine Sitzung und ließ die rund 30 Zuhörer vor der Beschlussfassung zu Wort kommen. Wolfgang Jansen wollte als von dem Vorhaben betroffener Anlieger wissen, welche Geruchsemissionen und zusätzlichen Verkehrsbelastungen die Biogasanlage mit sich bringen werde. Solche Fragen seien im Genehmigungsverfahren zu prüfen, hieß es. Jansen will zu gegebener Zeit beim Landkreis Einblick in die Unterlagen nehmen. Widerstand unter den anwesenden Bürgern gegen das Bauvorhaben regte sich nicht.

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