Benefizkonzert für Delfintherapie

Besonderes Geschenk für Henrik

Tolle Fortschritte hat Henrik während der ersten Delfintherapie gemacht.

HARPSTEDT / DELMENHORST (cs) · Vielleicht gibt es für den kleinen Henrik Bellersen ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, das nicht nur ihn, sondern auch seine Eltern freut. Manuela Bellersen wünscht sich für ihren Sohn, der heute seinen sechsten Geburtstag feiert, eine Delfintherapie. Denn Henrik ist körperlich und geistig schwerstbehindert. 11 000 Euro an Kosten kommen auf die Familie zu. Kollegin und Freundin Sandra Otte will mit einem Benefizkonzert helfen.

Für den 21. Februar plant sie mit ihrer Band „Sandra Otte & ihr Couchcafé“ einen Auftritt im Harpstedter Koems-Saal. Beginn ist um 15 Uhr, Einlass um 14.30 Uhr.

„Angefangen hat alles mit einem Witz“, erzählt die Harpstedterin Otte. Im vergangenen Jahr hatte sie ihre Band gegründet und einen Auftritt bei dem regionalen Bremer Fernsehsender „Center TV“ gehabt. „Super, wenn Du berühmt bist, kannst Du ja mal ein Benefizkonzert machen“, hatte Manuela Bellersen damals gescherzt. Doch bei einem Scherz sollte es nicht bleiben. Sie habe ihre „Männer“ gefragt, berichtet Otte. Ihre Bandkollegen Ulf Malinowski, Arne Lenser, Heiko Schäffer, Jürgen Harm und Guy Halbout seien von der Idee sofort überzeugt gewesen. Und auch die Bremer Gruppe „Blue welfare“, die instrumentalen Jazz-Rock spielt, konnte Otte als Vorband mit ins Boot holen.

Der Aufwand soll Henriks Gesundheit maßgeblich verbessern. „Henrik ist elf Wochen zu früh geboren“, erklärt Manuela Bellersen. Erst war er fit. Doch am sechsten Tag bekam Henrik eine Blutvergiftung, musste mehrfach reanimiert werden. Nun ist er körperlich und geistig eingeschränkt, sitzt im Rollstuhl.

Sandra Otte und ihr „Couchcafé“ spielen für Henrik.

Dass die Delfintherapie auf der Karibik-Insel Curaçao dem Geburtstagskind helfen wird, da ist sich seine Mutter sicher. Im November 2008 machte ihr Sohn schon einmal eine solche Therapie mit. „Das hat tolle Erfolge gebracht und uns super gefallen.“ Wenn die 35-Jährige über den zweiwöchigen Aufenthalt spricht, merkt man ihr auch heute noch die Begeisterung an. „Vorher konnte Henrik nur ganz wenig Blickkontakt aufnehmen – das hat sich vor Ort geändert. Auch die Spastik hat sich eine ganze Ecke gelockert – das wurde nach einigen Tagen schon besser.“ Das Lautieren habe sich bei Henrik ebenfalls entwickelt. „Vorher hat er zwar auch schon Töne von sich gegeben, aber nicht bewusst.“ Die Fortschritte seien „erstaunlich – es war mehr, als wir erwartet hätten“, freut sich Bellersen, die in Delmenhorst wohnt und mit Sandra Otte in deren Physiotherapiepraxis in Harpstedt arbeitet. „Und diese haben bis jetzt angehalten und sich weiterentwickelt.“

Auch die kommende Therapie solle wieder auf Curaçao gemacht werden. „Dort wird die Therapie angeboten, bei der die Zeit weltweit am intensivsten genutzt wird.“ Zwei Stunden werde Henrik hier täglich therapiert, an fünf Tagen in der Woche.

Günstig ist das nicht: Inklusive Reisekosten und Unterkunft plant Manuela Bellersen 11 000 Euro ein.

Damit die Familie Henrik eine zweite Delfintherapie ermöglichen kann, helfen nicht nur „Sandra Otte und ihr Couchcafé“ mit ihrer eigenen deutschen Musik („Lustige Texte, Dinge aus dem Alltag und aus dem Leben gegriffen, zum Schmunzeln“, beschreibt die Sängerin Otte). Auch der Förderverein Koems unterstützt das Benefizkonzert ehrenamtlich mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen. Die Druckerei Lampe druckt Plakate und Flyer. Und auch „Center TV“ wird dabei sein und das Konzert aufzeichnen.

Henrik wird beim Konzert in Harpstedt mit dabei sein. „Der merkt es, wenn außergewöhnliche Sachen passieren  – und kann Schäkern was das Zeug hält“, verspricht Sandra Otte mit glänzenden Augen. Ja, der frisch gebackene Sechsjährige kann seinen Charme spielen lassen, weiß auch seine Mutter – wenn er denn will.

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