Bericht über die Nitratkonzentration im Grundwasser im Landkreis Oldenburg

„Eine Trendumkehr ist nicht eingetreten“

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Die Messstelle in Steinkimmen

Landkreis - Von Sophie Filipiak. Das Grundwasser im Landkreis Oldenburg weist immer noch eine bedenklich hohe Konzentration von Nitrat auf. Das wurde am Dienstag bei der Vorstellung des Überwachungsprogramms der Grundwassergüte im Umwelt- und Abfallwirtschaftsaussschuss im Wildeshauser Kreishaus deutlich.

Den Bericht über die Grundwassergüte im Landkreis stellten Dieter Hahn, Amtsleiter für Bodenschutz und Abfallwirtschaft, und sein Mitarbeiter Gerrit Finke vor. Zwei neue Brunnen wurden gebaut, unter anderem in Steinkimmen (Ganderkesee) und Achternholt (Wardenburg), zwei weitere in alten Akten und Karten gefunden, so erstmal die positive Bilanz. Jedoch mussten zwei Bohrungen abgebrochen werden. So wurden an 46 Messstellen Proben entnommen.

Davon weisen 17 eine Nitratkonzentration von weniger als ein Milligramm pro Liter auf. Im Wasser der meisten untersuchten Brunnen – 24 an der Zahl – wurde ein sehr hoher Wert von mehr als 50 Milligramm pro Liter gefunden. Auf stolze 260 Milligramm pro Liter kommt das Wasser des Brunnens 449 in Lüerte. An zwölf Messstellen nahm die Nitratkonzentration im Vergleich zu 2013/2014 deutlich um mehr als zehn Milligramm zu.

Alle drei Jahre werden die Proben auch auf Pflanzenschutzmittel getestet. 36 von 40 Proben liegen dabei unterhalb der Nachweisgrenze. Nur bei den Messstellen in Großenkneten, Westrittrum, Dötlingen und Glane wurde der Grenzwert der Trinkwasserverordnung überschritten. „Eine Trend-umkehr ist leider nicht eingetreten“, schloss Finke. „Die Nitratbelastung ist nach wie vor sehr hoch.“ Die Zusammenarbeit mit den Landwirten funktioniere reibungslos, erklärte Hahn. „Unsere Ergebnisse werden auch vom Landvolkverband anerkannt.“

Im Anschluss hielt Andreas Roskam vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen Vortrag über Pflanzenschutzmittel im Grundwasser. In ganz Niedersachsen gibt es 1180 Messstellen, in elf Prozent davon wurden solche Stoffe nachgewiesen.

Aber nicht nur Landwirte setzten Pflanzenschutzmittel ein, auch Hersteller von Baustoffen. „Da gibt es noch eine große Gesetzeslücke in Deutschland“, so der Experte. Durch Förderung des ökologischen Anbaus und durch schärfere Zulassungsregeln könnte der nachweisbaren Verunreinigung des Grundwassers ein Riegel vorgeschoben werden. „Wir müssen etwas bewegen“, pflichtete ihm Franz-Josef Dasenbrock vom Landvolkverband bei. Eine flächendeckende Beprobung sei notwendig, so der Landwirt. Das bedeute auch eine bessere Hilfe für seinesgleichen.

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