Kindergärten pflegen Einvernehmen mit den Eltern / Gesundes Frühstück wichtig

„Bei uns steht immer das Kind im Mittelpunkt“

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In Wildeshausen (hier bei der Knaggerei) gibt es ein gutes Miteinander von Eltern, Kindern und Erziehern. · Archivfoto: dr

Wildeshausen - Eine große Boulevardzeitung verkündete reißerisch einen „Kita-Krieg“, in dem Eltern gegen Erzieher und Erzieher gegen Eltern „kämpfen“ und Kinder aus der Einrichtung geworfen wurden. Anlass war der Fall eines Jungen, der nur Butterkekse in der Frühstücksdose hatte. Allerdings gab es zwischen den Eltern und dem „zuckerarmen Kindergarten“ weitere Ausein-andersetzungen, die in den „Rauswurf“ gipfelten. Ist so etwas in Wildeshausen auch denkbar?

Die Antwort lautet klar „Nein“. Allerdings könnte es schon passieren, dass Eltern gebeten werden, ihre Kinder aus dem Kindergarten zu nehmen, wenn es überhaupt keine Einigung über wichtige Fragen gibt. Im Kindergarten „Knaggerei“ gab es vor Jahren einmal einen Fall, dass Eltern sich weigerten, ihr Kind einem Arzt vorzustellen, nachdem die Erzieher Entwicklungsverzögerungen feststellten. Zudem hielten sich die Eltern auch an andere Regeln nicht, die in einem Kindergarten selbstverständlich sind. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu den Eltern“, erklärt die stellvertretende Knaggerei-Kindergartenleitern Sonja Schmidt. Selbstverständlich würden die Erzieher darauf hinweisen, dass Süßigkeiten kein vollwertiges Frühstück sind. In diesem Bereich gebe es in der Tat immer wieder Beratungsbedarf, zumal die Werbung vorgaukele, dass es sich bei Schoko-Milchschnitten um gesunde Ernährung handele. „Wir schlagen dann Äpfel und Bananen vor“, so Schmidt. Im Rahmen der Zahnprophylaxe würden die Kinder zudem lernen, welche Ernährung gut für sie ist.

Auch Kleidervorschriften gibt es in keinem Wildeshauser Kindergarten. Dass ein Kind sein Micky-Maus-T-Shirt ausziehen muss, wie es in einem Münchner Montessori-Kindergarten geschehen sein soll, wäre in der Kreisstadt undenkbar. Neue Kleidung wird dann angezogen, wenn die alte verdreckt oder nass geworden ist. „Dafür haben wir immer einen zweiten Satz hier vorrätig“, so Schmidt.

„Bei uns steht das Kind im Mittelpunkt“, sagt Martina Seeger, stellvertretende Leiterin des Kindergartens „Sternschnuppe“. „Hier wird kein Kind ausgeschlossen, weil die falschen Sachen in der Brotdose sind.“ Die Kinder könnten ja gar nichts dafür, wenn ihre Eltern ungesunde Sachen in die Dose stecken. Im Rahmen von Elterngesprächen würde natürlich darauf hingewiesen, dass ein vollwertiges Frühstück für die Kinder sinnvoll sei. „Das befolgen die meisten Eltern auch. Ansonsten klären wir gerne auf“, so Seeger.

Auch der Wildeshauser Stadtverwaltung ist kein Fall bekannt, in dem Kinder wegen falscher Frühstückszutaten ausgeschlossen worden sind. „Deshalb würden wir niemals jemanden vor die Tür setzen“, so Pressesprecher Sebastian Pundsack. Es gebe auch keine klaren Regelungen für den Inhalt der Brotdose in den städtischen Einrichtungen. Zu einem Ausschluss könnte es höchstens kommen, wenn über Monate die Beiträge nicht gezahlt werden. „Da suchen wir aber natürlich auch vorher das Gespräch“, betont Pundsack. · dr

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