Yezidische Feier im Dorfgemeinschaftshaus findet großen Anklang bei Ahlhornern

Begegnung der Kulturen

Den jungen Mädchen sah man beim Tanzen die Freude an ihrer traditionellen Kultur an.
+
Den jungen Mädchen sah man beim Tanzen die Freude an ihrer traditionellen Kultur an.

Ahlhorn - „Woran glauben unsere yezidischen Nachbarn eigentlich, was ist der Grundstein ihrer Religion? Und wie sieht die Situation in ihrem Heimatland aus – wie haben sie dort gelebt und warum mussten sie flüchten?“

Unter anderem diese Fragen haben die Ahlhorner Gisela und Arthur Schmidt am Donnerstagabend zur yezidischen Feier ins Ahlhorner Dorfgemeinschafthaus geführt. „Man grüßt sich natürlich und führt auch mal ein Pläuschchen, wenn man sich zum Beispiel draußen bei der Gartenarbeit begegnet. Aber solche Fragen stellt man dabei natürlich nicht unbedingt – man will ja nicht aufdringlich sein“, sagt Gisela Schmidt.

Auf der yezidischen Feier, die erstmals von der yezidischen Gemeinde in Ahlhorn ausgerichtet wurde, um den deutschen Nachbarn die yezidische Kultur näher zu bringen, bekam sie, wie rund hundert weitere Ahlhorner, Antworten auf ihre Fragen. Bevor es zum gemütlicheren Teil des Abends mit viel Tanz und Musik und leckerem yezidischen Büfett überging, hielten die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Großenkneten, Azhar Hussein, und Ilyas Yanc vom Yezidenforum Oldenburg informative Vorträge zu Geschichte, Kultur und Religion der Yeziden.

So erfuhren die Ahlhorner, dass es zwischen ihnen und den Flüchtlingen aus dem Irak auch viele Gemeinsamkeiten gibt. Wie die Christen glauben auch die Yeziden an einen Gott. Allerdings muss man als Yezide geboren werden – eine spätere Bekehrung zu dem Glauben ist nicht möglich. „Deshalb haben wir auch keine Probleme mit irgendeinem Fanatismus“, sagte Ilyas Yance. „Euer Weg ist genauso gut wie unserer. Jeder macht sein Ding. Aber ein Austausch ist uns trotzdem sehr wichtig. Das bereichert beide Seiten.“

Irakische Yeziden gehören zur Völkergruppe der Kurden. In ihrem Land sind sie deshalb doppelt gefährdet: Als Kurden und als Yeziden werden sie von religiösen Fundamentalisten verfolgt. Deutschland bedeutet für sie Freiheit: Hier dürfen sie die Liebe zu ihrer Religion und die Freude an ihrer Kultur wieder zeigen. Und das taten sie am Donnerstagabend: Mit ihren traditionellen Tänzen, die in bunter Kleidung vorgeführt werden, und ihrer orientalischen Musik animierten sie die Ahlhorner schnell zum Mitmachen. Auch das leckere Büfett, für das yezidische Frauen eine Vielzahl an Gerichten vorbereitet hatten, löste große Begeisterung aus. · an

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

iPhone 13 jetzt schon sichern – zu diesen Hammer-Konditionen

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Angela Merkel: die wichtigsten Momente ihrer Karriere

Meistgelesene Artikel

Vollsperrung der A1 und Stinkefinger aus Auto

Vollsperrung der A1 und Stinkefinger aus Auto

Vollsperrung der A1 und Stinkefinger aus Auto
Werder-Anhänger müssen Zug verlassen

Werder-Anhänger müssen Zug verlassen

Werder-Anhänger müssen Zug verlassen
Teilabriss von alter Fleischerei Tonn: Keine Chance auf ein Flachdach

Teilabriss von alter Fleischerei Tonn: Keine Chance auf ein Flachdach

Teilabriss von alter Fleischerei Tonn: Keine Chance auf ein Flachdach
Zwei neue Corona-Testcenter

Zwei neue Corona-Testcenter

Zwei neue Corona-Testcenter

Kommentare