Stamm „Boreas“ vermutet Brandstiftung / Nach den Sommerferien soll ein Neuanfang her

Bauwagen brennt ab – doch die Pfadfinder wollen nicht aufgeben

Vom einstigen Stolz des Pfadfinderstamms blieb nicht viel übrig. Im Hintergrund ist der kleinere Materialwagen zu sehen, auf den die Gruppen jetzt ausweichen.
+
Vom einstigen Stolz des Pfadfinderstamms blieb nicht viel übrig. Im Hintergrund ist der kleinere Materialwagen zu sehen, auf den die Gruppen jetzt ausweichen.

Oldenburg - Matthias Faß ist niedergeschlagen. Er fühlt Enttäuschung, Trauer, Wut. Das, was er und seine Freunde in monatelanger Arbeit selber aufgebaut haben, ist zerstört. Abgebrannt. Binnen weniger Minuten.

Seit 2005 hatten die Mitglieder des Pfadfinderstamms „Boreas“ in Sage (Gemeinde Großenkneten) einen alten Bauwagen renoviert und Stück für Stück zu ihrem „zweiten Zuhause“ gestaltet. „Verschiedene Gruppen von uns haben sich dort dreimal pro Woche getroffen. Wir haben Spiele gespielt, Veranstaltungen vorbereitet und gebastelt.“

Das alles hat jetzt erstmal ein Ende: Am Montag, kurz nachdem auf dem Gelände der örtlichen Pfadfinderbildungsstätte das Bezirkslager des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) zu Ende gegangen war, stand der blau gestrichene Bauwagen am Rande der Wiese plötzlich in Flammen. Anwohner auf der gegenüberliegenden Straßenseite bemerkten den Brand, riefen Polizei und Feuerwehr. Doch als die Rettungskräfte eintrafen, war von dem einstigen Stolz des Pfadfinderstamms schon nichts mehr übrig.

Was bleibt, ist ein Haufen Asche und das Unverständnis darüber, dass jemand zu so einer Tat überhaupt fähig ist. Für die „Boreas“-Jungs steht außer Zweifel, dass es sich um Brandstiftung handelt. „Der Wagen war komplett ohne Strom. Auch lagerten darin keine entzündbaren Gegenstände. Das ganze Wochenende war es stark am Regnen. Wie man das Ding überhaupt in Brand bekommen konnte, ist mir ein Rätsel“, sagt Matthias Faß.

Die Polizei konnte gestern noch keine genaueren Angaben zur Ursache für das Feuer machen. „Die Ermittlungen laufen“, hieß es auf Nachfrage.

Falls es tatsächlich Brandstiftung war, wollen sich die Pfadfinder nicht einschüchtern lassen. Derzeit nutzen sie einen zweiten Bauwagen auf dem Gelände für ihre wöchentlichen Treffen. Der Wagen ist zwar deutlich kleiner und wurde bislang eher als Materialwagen zum Abstellen von Geräten genutzt – er erfüllt aber im Groben und Ganzen seinen Zweck. „Wenn unsere Meute mit 15 Kindern kommt, reicht der Platz trotzdem nicht aus, dann müssen wir in das Gebäude der Pfadfinderbildungsstätte ausweichen“, berichtet der 22-jährige Faß. So schnell wie möglich, am liebsten schon nach den Sommerferien, wolle man einen neuen Bauwagen finden. Allzu viel kosten dürfe dieser aber nicht, die Kassenlage ist angespannt. „Wenn wir trotzdem etwas finden, fangen wir sofort wieder von vorne an.“ Faß sagt das ganz trocken, ohne Regung in seiner Stimme. „Alles muss neu aufgebaut werden. Das sind viele Stunden, Tage, Monate. Pfadfinder geben nicht auf.“ · js

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Blutiger Dornfelder: ein Krimi-Rotwein-Paket zum Genießen

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Trauerfeier für Prinz Philip am kommenden Samstag

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Große Anteilnahme am Tod Prinz Philips

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Bayern verlieren Final-Wiedersehen gegen Paris Saint-Germain

Meistgelesene Artikel

Viele neue Fälle in Wildeshausen und Dötlingen

Viele neue Fälle in Wildeshausen und Dötlingen

Viele neue Fälle in Wildeshausen und Dötlingen
Wie im mystischen Märchen: In Hude ist ein seltener weißer Rehbock zuhause ��

Wie im mystischen Märchen: In Hude ist ein seltener weißer Rehbock zuhause 🦌

Wie im mystischen Märchen: In Hude ist ein seltener weißer Rehbock zuhause 🦌
Corona-Inzidenzzahlen schnellen in die Höhe – in drei Landkreisen

Corona-Inzidenzzahlen schnellen in die Höhe – in drei Landkreisen

Corona-Inzidenzzahlen schnellen in die Höhe – in drei Landkreisen

Kommentare