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Bahnhof Wildeshausen: Keine Kneipe ohne Lärmprognose

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Von: Dierk Rohdenburg

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Hängepartie seit Monaten: Die geplante Kneipe im Wildeshauser Bahnhof wurde noch nicht genehmigt.
Hängepartie seit Monaten: Die geplante Kneipe im Wildeshauser Bahnhof wurde noch nicht genehmigt. © Rohdenburg

Wildeshausen – Reelf Berding, Pächter der Kneipe im Wildeshauser Bahnhof, hatte gehofft, zum neuem Jahr sein Lokal öffnen zu können. Stattdessen wird er wohl noch einige Wochen oder gar Monate alleine hinter seinem Tresen stehen und die Tür für Gäste geschlossen halten müssen. Wie ihm der Landkreis Oldenburg vor wenigen Tagen mitteilte, fehlt noch die Stellungnahme der Deutschen Bahn zum Betrieb einer Gastwirtschaft. Viel gravierender ist aber, dass er nun noch einen Gutachter einschalten muss, der eine Schallprognose für die Lärmbelästigung abgibt.

„Die Vorprüfung Ihres Antrages hat ergeben, dass die vorgelegten Unterlagen unvollständig sind, beziehungsweise nicht der Niedersächsischen Bauvorlagenverordnung entsprechen, sodass die Bearbeitung (...) gegebenenfalls zurückgestellt werden muss“, heißt es im Schreiben des Landkreises Oldenburg an den Gastronomen.

Pächter ist entsetzt

Berding ist entsetzt, denn seinen Aussagen zufolge wusste er nichts von einem Gutachten, das er beibringen muss. Zudem sei es auf einem Bahnhof ohnehin selten leise, und die Gäste, die nachts von der Disco heimfahren würden, lärmten schließlich auch oft herum. Ein Gutachten für seinen Lokalbetrieb käme ihm fast schon wie eine Schikane vor, schreibt er.

Diesen Vorwurf weist der Landkreis auf Nachfrage unserer Zeitung zurück. „Der Bearbeitungszeitraum des Bauantrages ist absolut im grünen Bereich und dementsprechend auch die Anforderung von notwendigen Unterlagen – in diesem Fall die schalltechnische Lärmprognose. Diese Anforderung ist dem Antragsteller übrigens auch inhaltlich erläutert worden“, schreibt Pressesprecher Oliver Galeotti. Der zu bearbeitende Bauantrag sei datiert vom 27. Oktober. Der im Frühjahr eingereichte Bauantrag sei abgelehnt worden, da er nicht genehmigungsfähig war. Wie berichtet, ließ der Nutzungsvertrag zwischen der Stadt Wildeshausen und dem Besitzer der Immobilie, Frank Stöver, damals eine Kneipe im Bahnhofsgebäude nicht zu. Dazu bedurfte es zunächst einer Änderung des Vertrages, was per Ratsbeschluss im Herbst erledigt wurde. Erst danach konnte ein neuer Antrag gestellt werden.

„Überschreitung der Richtwerte nicht ausgeschlossen“

„Nach Eingang im Oktober wurde dieser bearbeitet und im Zuge dessen wurden die notwendigen unterschiedlichen Stellen beteiligt, unter anderem auch die Untere Immissionsschutzbehörde“, schreibt der Landkreis. „Bei der immissionsfachlichen Betrachtung ist zu beachten, dass allein wegen der Öffnungszeiten bis in die späte Nacht eine Überschreitung der Richtwerte nicht ausgeschlossen werden kann.“

Das sei besonders im Hinblick auf die direkte umliegende Wohnbebauung wie auch die in der Nähe liegenden Seniorenwohneinrichtungen wichtig. „Um eventuelle Lärmprobleme schon im Vorfeld für alle Beteiligten einschätzen zu können und auf ein Maß festzulegen, das sich auf den rechtlichen Rahmen beschränkt, ist die schalltechnische Lärmprognose erforderlich“, heißt es vom Landkreis. Die Stellungnahme der Deutschen Bahn ist auch noch nicht bei der Kreisverwaltung eingetroffen. „Die in dem Verfahren noch ausstehenden Stellungnahmen werden Anfang 2023 erwartet“, heißt es aus dem Bauordnungsamt.

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