Gemeinde erhält Europa-Fahne für stärkste Wahlbeteiligung / Jahnz: Partnerschaft vielfach gelebt

Auszeichnung aller Huder Bürger

Bürgermeister Axel Jahnz freute sich gestern Vormittag über die von den Europakomitee-Mitgliedern Tobias Hempel, Rolf Eilers, Friedemann Schötten, Steffen Akkermann und Hermann Bokelmann (von links) an Hude vergebene Europa-Fahne.

Landkreis - (ck) Knapp drei Wochen nach dem Urnengang zum Europäischen Parlament kürte eine Gruppe ehrenamtlich Engagierter gestern Vormittag einen weiteren Wahlsieger – oder besser „Wahlbeteiligungs-Sieger“: Die Mitglieder des „Europakomitees“ für den Landkreis Oldenburg zeichneten die Gemeinde Hude und vor allem ihre Bürger als Kommune mit den aktivsten Wählern auf Kreisgebiet aus. 44,12 Prozent der Wahlberechtigten setzten ihr Kreuz – im Vergleich zu 2004 ein Plus von 3,34 Prozent. Als sichtbares Zeichen dieses Erfolgs händigten sie Hudes Bürgermeister Axel Jahnz eine Europa-Flagge aus.

Der Verwaltungschef wiederum sicherte den Gästen zu, diese Fahne „bei möglichst vielen Gelegenheiten“ hissen zu wollen. Er führte die bessere Resonanz seiner Mitbürger im Vergleich zu anderen Orten und dem Landkreis-Schnitt auf die Vielzahl internationaler Kontakte zurück. So hegt Hude Partnerschaften zu Arnage in Frankreich, Nowe Miasto Lubawskie in Polen und dem italienischen Fiume Veneto. „Diese Freundschaft pflegen wir nicht nur auf offizieller Ebene, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich“, unterstrich Jahnz.

Monatelang hatten die Mitglieder des überparteilich zusammen gesetzten „Europakomitees“ im ganzen Landkreis die Werbetrommel für eine Beteiligung der Bürger an der Europawahl gerührt – ohne Programmatik, aber stets mit den Hinweisen der Vorteile eines friedlichen Miteinanders auf einem wirtschaftlich kooperierenden Kontinent. Komitee-Vorsitzender Steffen Akkermann beglückwünschte gestern die Bürger zu ihren Leistungen bei der Stimmabgabe. Sie hätten „europäisches Bewusstsein und Verantwortlichkeit für demokratische Pflichten bewiesen“. Dies habe in Hude jedoch Tradition, denn schon 1994 verlieh das Komitee diese Auszeichnung an die Gemeinde. Die Fahnen nach allen anderen fünf Europawahlen hatten die Harpstedter in Empfang genommen. „Hude hat sich also gegen starke Gegner durchgesetzt“, lobte Akkermann.

Zudem erinnerte er an die Anfänge des Komitees, dass die Verwaltung des Landkreises 1979 vor der allerersten Europawahl initiiert hatte. Damals kursierten Befürchtungen hinsichtlich einer verheerenden Wahlbeteiligung – und dieses Gremium sollte die Bürger motivieren, ihre Stimme abzugeben. Auch in allen anderen Landkreisen gründeten sich solche Gruppen.

Akkermann freute sich über die auch auf Kreisebene gestiegene Wahlbeteiligung um 2,09 Prozent, wertete das Gesamtergebnis von unter 50 Prozent aber als zu gering. Der Blick über die Grenzen zeige aber auch nicht gerade bessere Ergebnisse. Ebenfalls nachdenklich stimme ihn, dass immer noch keine europäische Verfassung verabschiedet worden sei – obwohl die Union in den vergangenen Jahren stetig gewachsen sei.

„Mit der Erweiterung wurden die Folgen des Zweiten Weltkriegs überwunden. Es ist eine Gemeinschaft entstanden mit Ländern, die ehemals getrennten Machtblöcken angehörten und die gegeneinander aufrüsteten“, unterstrich Akkermann. „Das haben wir – allerdings erst zum Teil – überwunden. Aber ein Anfang ist gemacht, und die Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten eines Kriegs zwischen Deutschland und Ungarn sind auf dem Niveau der gleichen Unwahrscheinlichkeit eines Kriegs mit Frankreich oder Holland.“

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