Selbsthilfegruppe für Blinde und Sehbehinderte aktiv

Austausch, um das Leben besser zu meistern

Hauchen der Selsbthilfegruppe wieder neues Leben ein: Rita Rockel, Erika Lindemann und Sandra Scholz (von links).

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (jd) · Die Wildeshauserin Erika Lindemann ist seit sieben Jahren blind – aber sie geht diese Beeinträchtigung scheinbar gelassen an, weiß, dass sie das Beste daraus machen muss. Das macht sie immer wieder deutlich.

So auch jetzt im DRK-Mehrgenerationenhaus in der Kreisstadt, wo sie mit der Leiterin der Einrichtung, Sandra Scholz, und der Behindertenbeauftragten des Landkreises Oldenburg, Rita Rockel, den Grundstein für die Wiederbelebung der Selbsthilfegruppe für blinde und sehbehinderte Menschen gelegt hat.

„Es wird Zeit, dass wir den Betroffenen wieder ein solches Treffen bieten“, sagt Erika Lindemann. „Die Selbsthilfegruppe hat zwei Jahre geruht, jetzt soll sie aber ihre Arbeit wieder aufnehmen.“ Das erste Treffen steht bereits für Freitag, 6. August (15 Uhr), im Terminkalender. „Während dieses Treffens werden wir klären, ob der Bedarf für regelmäßige Zusammenkünfte besteht, wovon ich ausgehe“, sagt Erika Lindemann. In diesem Fall könne sich die Gruppe jeweils am ersten Freitag im Monat um 15 Uhr im DRK-Haus treffen.

„Das Themenspektrum für eine solche Selbsthilfegruppe ist sehr groß“, weiß Rita Rockel. In der Gruppe ließen sich die verschiedenen Probleme eben viel leichter angehen. „In der Tat“, sagt Erika Lindemann, „der schleichende Verlust der Sehkraft bis zur völligen Erblindung verursacht im Menschen große Ängste. Betroffene müssen lernen, viele Dinge in ihrem Alltag anders zu organisieren.“ Es seien die kleinen Dinge des Lebens, die völlig neu durchdacht und bewältigt werden müssten: Kaffee kochen, Zeitung lesen, einkaufen oder Arztbesuche. „Immer wieder stellen sich die Betroffenen die Frage, inwieweit eine selbstständige Lebensführung überhaupt noch möglich ist“, betont Erika Lindemann. Und genau für diese Fragen und Ängste sei die Gruppe da: „Ein gemeinsamer Austausch kann oft helfen, die ersten Hürden zu überwinden.“ Rita Rockel: „Der Austausch ist überaus wichtig, denn die Betroffenen sind in ihrere Behinderung oft ,Experten in eigener Sache‘, können anderen damit helfen, ihren Alltag besser zu ordnen.“

Schon vor dem ersten Treffen haben die Verantwortlichen ein großes Problem auf dem Plan, das sie gerne angehen möchten. „Es ist leider so, dass in Wildeshausen nicht alle Ampeln blindengerecht sind. Sogar an der großen Westertorkreuzung sind nicht alle Übergänge so ausgelegt“, erzählt Erika Lindemann. Das könne für Blinde sehr schnell zur Falle werden: „Hier muss unbedingt etwas geschehen, bevor einmal ein schlimmer Unfall passiert.“

Kostengründe führt Bürgermeister Dr. Kian Shahidi dafür an, dass diese Kreuzung noch nicht vollends für Blinde ausgebaut ist. „Zwei Übergänge sind bereits mit einem Signalton ausgerüsten. Für die weiteren Querungen hätte die Straße aufgerissen werden müssen.“ Das sei auf Grund der Haushaltslage noch nicht möglich gewesen.

Für Rückfragen zur Selbsthilfegruppe stehen Sandra Scholz (Tel. 04431/71778) und Rita Rockel (Tel. 04431/ 85473) zur Verfügung.

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