Hans Irmen ist seit 30 Jahren Dozent für Kochkurse an der Volkshochschule

„Außerordentliche Verdienste um Förderung der Kochkunst“

Einer von Irmens (2. v. r.) Kochlehrlingen zeigt die Weihnachtsgans. Brigitte Witte und VHS-Direktor Rolf Schütze (rechts) sind nicht nur vom Anblick, sondern auch vom Duft sehr angetan.
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Einer von Irmens (2. v. r.) Kochlehrlingen zeigt die Weihnachtsgans. Brigitte Witte und VHS-Direktor Rolf Schütze (rechts) sind nicht nur vom Anblick, sondern auch vom Duft sehr angetan.

Ganderkesee - Als Brigitte Witte von der regioVHS am Montagabend Hans Irmen ihre Glückwünsche für 30 Jahre unermüdliches „Kochen mit Männern“ überbrachte, hörte es sich an, als lese sie aus dem Guiness-Buch der Rekorde.

3696 Teilnehmer hat Irmen während seiner VHS-Zeit mit der Einweihung in die Geheimnisse seiner Kochkunst beglückt, in 2 640 Unterrichtseinheiten hat er Männern beigebracht, wie sie ihre Frauen glücklich machen können, und mit Einbezug auch aller seiner thematischen Kurse und Tagesworkshops hat er sogar 4 624 Unterrichtsstunden in die VHS-Kochlehre investiert.

„Eigentlich noch mehr“, stellte die Programmbereichsleiterin richtig. Zu jedem Kurs gehört schließlich auch das Rezepte vorbereiten und der Einkauf der zuzubereitenden Leckereien. Nur beim Abwasch beliebt Hans Irmen zu streiken – aber natürlich aus pädagogischen Gründen. „Das müssen die Teilnehmer hinterher schon selbst machen“, sagt der 75-Jährige schmunzelnd. „Schließlich gehört das zum Kochen dazu.“

Immer montagsabends ist jede Kochnische der Küche in der Ganderkeseer Oberschule besetzt. Der Küchenmeister wandelt zwischen den Herdplatten und schaut seinen 16 Männern beim Kochen auf die Finger. Mit dem Verteilen von Tipps und Tricks spart Irmen dabei nicht. Allerdings gilt sein Credo: „Probieren geht über Studieren. Und ihr sollt beim Kochen eure Fantasie und Kreativität walten lassen.“ So würde das gleiche Rezept jedes Mal zu etwas unterschiedlichen Gerichten führen.

Langeweile ist in Irmens Küche allerdings sowieso unbekannt. „In meinen über 300 Kochbüchern zu Hause entdecke ich immer etwas Neues“, sagt er. Eine besondere Schwäche habe er allerdings für die französische Küche. „Gleich danach kommt die italienische. Und die spanische ist auch nicht zu verachten“, verrät Irmen augenzwinkernd. Und sein Lieblingsgericht? Bei dieser Frage muss der 75-Jährige kurz überlegen. „Cassoulet“, sagt er dann bestimmt. „Das ist ein französisches Gericht mit weißen Bohnen, Wurst und Gänsekeulen.“

Für diese Woche hat sich Irmen für seine Herren aber ein feierliches Weihnachtsmenü ausgedacht. Eine Waldpilzrahmsuppe mit Sahnehaube gibt es als Vorspeise, weiter geht es mit gratiniertem Lachsfilet mit Senfrahmsauce und Safranreis. Das Hauptgericht besteht aus der Weihnachtsgans Mecklenburger Art, gefüllt mit Äpfeln, Rosinen und Backpflaumen. Dazu gibt es Rotkohl nach Hausfrauenart, glasierte Maroni und Semmelknödel Tiroler Art. Bei so viel kulinarischem Genuss ist für die Männer nicht nur das Zubereiten harte Arbeit – es ist auch eine Kunst, beim anschließenden gemeinsamen Essen zumindest noch einen kleinen Platz im Bauch für den Nachtisch, eine hausgemachte Zimtcreme mit heißen Kirschen, freizulassen.

Irmen will direkt loslegen – so wie immer eben. Doch die Rechnung hat der gelernte Koch und langjährige Krankenhaus-Küchenmeister in Stenum ohne seine Lehrlinge gemacht. 30 Jahre lang für die kochenden Männer den Montagabend zu reservieren und zusätzlich immer wieder VHS-Kursteilnehmer auf kulinarische Reisen von Frankreich bis Spanien, von Afrika bis Fernost und von den Balkan-Ländern bis nach Südamerika mitzunehmen – das ist keine Kleinigkeit, finden sie. Für ihren „Chef“ haben die Köche, von denen einige schon seit Mitte der 80er regelmäßig beim Kurs dabei sind, eigens eine Urkunde vorbereitet.

Darin zollen sie ihm „Dank und Anerkennung für 30 Jahre außerordentliche Verdienste um die Förderung der Kochkunst sowie die lukullische Ernährung der hiesigen männlichen Bevölkerung“. Irmen ist gerührt. Und er schlägt zurück: „Solange der Rotwein noch schmeckt, mache ich natürlich weiter.“

Nur an Weihnachten müssen die Männer eine Pause einlegen. Da zaubert Irmen nämlich speziell etwas für seine Famile. „Das darf meine Frau sich jedes Jahr aussuchen.“ Denn an Heiligabend gebe es ein romantisches Candle-Light-Dinner nur zu zweit. Am ersten Weihnachtstag muss Irmen dann allerdings 16 Leute satt bekommen. „Da kommt dann die ganze Familie.“ · an

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