Vier „Weibs-Bilder“ zeigen Graues, Ironisches, Blicke auf Banales und Weibliches

„Außergewöhnliche Vielfalt“

Gisella Prodan, Karin Mac Kay (v.l.), Elisabeth Pawils und Marion Marx (v.r.) stellen bis zum 23. September in der Galerie aus. Zur Eröffnung spielte Heidi Furche. ·

Dötlingen - „Das hat mir Gänsehaut bereitet“, meinte Marion Marx und schüttelte sich. An den Temperaturen lag das am Sonntag gewiss nicht. Vielmehr hatte Heidi Furche zum Auftakt der Vernissage in der Galerie Dötlingen für dramatische Akkordeonklänge gesorgt.

Unter dem Titel „Lebensspuren“ stellen bis zum 23. September neben Marx auch Karin MacKay, Elisabeth Pawils und Gisella Prodan aus. „Vier kreative Weibs-Bilder aus dem Osnabrücker Land, die eine außergewöhnliche Vielfalt präsentieren“, begrüßte Galeristin Sibylle Rob die Gäste. Als „fünfte starke Frau“ – wie Rob es ausdrückte – war Furche dabei, die ihr Akkordeonspiel den Werken anpasste. Und so ertönte mal Dramatisches, mal Fröhliches.

Die vier Künstlerinnen haben sich bereits 2005 als Gruppe zusammengefunden, tauschen sich regelmäßig aus und arbeiten zum Teil gemeinsam. Da lag es nahe, dass sie sich gegenseitig dem Publikum vorstellten. Den Anfang machte Marx, die von Prodan und ihren Fotografien schwärmte. „Sie zeichnet einfach der besondere Blick für das Banale, das Unscheinbare aus“, erzählte sie mit Blick auf die Fotos von Sand und Ackerfurchen. „Wenn ich ihre Bilder sehe, habe ich den Geruch von feuchter Erde in der Nase. Was will man mehr von einem Foto erwarten?“

Marx selbst zeigt Acrylbilder. Die Farbkontraste ihrer bisherigen Werke haben sich mittlerweile zu einem Grau verdichtet. „Sie hatte schon immer eine Sehnsucht nach monochromen Farben, und Grau war bereits ihr Diplomthema“, verriet MacKay. Grau habe sowohl negative Bedeutungen wie beispielsweise den Ausspruch „Graue Maus“ als auch positive Assoziationen wie die Stille und Nachdenklichkeit. Die Besucher sollten die Werke einfach auf sich wirken lassen.

Raum für eigene Vorstellungen, Widersprüche und Erinnerungen lassen auch MacKays Skulpturen aus Alabaster im Innenbereich und Sandstein im Galeriegarten. „Sie hat einmal gesagt: ‚Ein Stein ist erst für mich richtig, wenn ich mich von ihm angenommen fühle‘“, berichtete Pawils. Dann nehme sich MacKay auch dem Stein an. Dabei entstehen Arbeiten, die die Ausein andersetzung mit dem Weiblichen als zentrales Thema haben.

Frei nach Picassos Motto „Ich suche nicht, ich finde“ arbeitet Pawils, die neben Bildern auch Objekte mitgebracht hat. „Alles, was sich ihr bietet, nimmt sie und kreiert daraus neue ironische Objekte mit viel Witz“, berichtete Prodan mit Blick auf die Hüte und das Pinocchio-Meter, bei dem so manch einer überlegte, wie es denn nun funktioniert. Interessierte können dies immer mittwochs bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr herausfinden. · ts

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Impressionen vom Bremer Freimarkt 2021

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Meistgelesene Artikel

Schlachtbetrieb in Emstek treibt Corona-Inzidenz hoch

Schlachtbetrieb in Emstek treibt Corona-Inzidenz hoch

Schlachtbetrieb in Emstek treibt Corona-Inzidenz hoch
350.000 Euro Schaden bei der Raiffeisen in Brettorf

350.000 Euro Schaden bei der Raiffeisen in Brettorf

350.000 Euro Schaden bei der Raiffeisen in Brettorf
Lenzschau: „Der Frust ist groß“

Lenzschau: „Der Frust ist groß“

Lenzschau: „Der Frust ist groß“
Feuerwehr Düngstrup: fünf Einsätze in sieben Tagen

Feuerwehr Düngstrup: fünf Einsätze in sieben Tagen

Feuerwehr Düngstrup: fünf Einsätze in sieben Tagen

Kommentare