In der Gemeinde Ganderkesee

Ausschuss vertagt Debatte um B213-Kreisel

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Ein Autofahrer wartet am Dienstagnachmittag darauf, von der Havekoster Straße auf die B 213 abbiegen zu können. Er muss mehrere Lkw passieren lassen.

Vor drei Jahren entschied der Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Landkreises Oldenburg, den Umbau der Kreuzung B213/Havekoster Straße/Harpstedter Straße in der Gemeinde Ganderkesee nicht weiterzuverfolgen. Nun beriet das Gremium erneut darüber – mit einem anderen Ergebnis.

Landkreis Oldenburg/Ganderkesee – Zwei Probleme gibt es mit der Kreuzung B213/Havekoster Straße/Harpstedter Straße in der Gemeinde Ganderkesee: Sie gilt landläufig als Gefahrenstelle. Doch der Bund weigerte sich bereits 2016, dort einen Kreisverkehr zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund hat der Bau-, Straßen- und Brandschutzausschuss des Landkreises Oldenburg die Debatte um einen möglichen Umbau der Kreuzung in seiner Sitzung am Dienstagabend erneut aufgenommen. 2016 waren verschiedene Maßnahmen wie ein Stop-Schild, eine verlängerte Geschwindigkeitsbegrenzung sowie ein Schild „Gefahrenstelle“ beschlossen worden. Deren Wirksamkeit sollte nach drei Jahren überprüft werden.

Schwung in die Diskussion brachte zudem ein an Landrat Carsten Harings weitergeleiteten E-Mail-Verkehr der CDU-Fraktion. Thema: ein neuer Antrag für einen Kreisverkehr an der Kreuzung B213/Havekoster Straße/Harpstedter Straße. Die Bundesstraße sei zur „Umgehungsstrecke für die A 1 geworden“, legte Günter Westermann (CDU) seine Sicht dar. Er habe bereits vor 13 Jahren beantragt, einen Kreisverkehr zu bauen, jetzt sei es „vielleicht mal“ an der Zeit.

Ernüchternd wirkte der Vortrag von Stephanie Siefken-Hahn vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft als erste Antwort auf Westermanns Anliegen. Die Beobachtung der Kreuzung in den vergangenen Jahren hätte ergeben, dass diese nicht als Unfallhäufungsstelle einzustufen sei. Außerdem hätten die verkehrslenkenden Maßnahmen laut Auskunft der Polizei einen Rückgang der Unfälle bewirkt. Fazit: Für den Bund gibt es weiterhin keinen Grund, für die Kosten eines neuen Kreisverkehrs aufzukommen. Siefken-Hahn erläuterte, der Gemeinde stehe frei, den Umbau selbst zu tragen – dafür müsse sie aber mit einem Minimum von 400.000 oder 500.000 Euro Kosten rechnen.

In der anschließenden Debatte bekannten sich zwar zahlreiche Abgeordnete als „Kreisel-Fans“, äußerten sich aber weniger entschieden als Christel Zießler (SPD). „Die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind die Gelackmeierten.“ Das gelte für Anwohner, die die Straße queren wollten ebenso wie für landwirtschaftliche Fahrzeuge. „Wie viel soll denn erst passieren?“ Eine Antwort darauf gibt die Ausschussvorlage: Zählt die Statistik aufgrund von Verkehrsereignissen drei Tote oder acht Leichtverletzte binnen drei Jahren, gilt ein Standort als Unfallhäufungsstelle. Die Sozialdemokratin hatte bereits 2016 als eines von zwei Ausschussmitgliedern für den Umbau der Kreuzung gestimmt.

Götz Rohde (Grüne) gab zu bedenken, ein Kreisel bringe den Verkehrsfluss ins Stocken. „Dann bricht das Chaos auch auf der B213 aus“, befürchtete er mit Blick auf die angrenzenden Autobahnen. Reinhold Schütte (Grüne) brachte andere Optionen für die Kreuzung, etwa eine Ampel, ins Spiel. Auf diese Möglichkeit hatte auch Ann-Christin Gajda (Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft) den Ausschuss bereits hingewiesen. Hannelore Hunter-Roßmann (SPD) wünschte sich eine „Gesamtschau“ der als problematisch empfundenen Kreuzungen im Landkreis, gab aber zugleich zu, das sei „wiederum eine Herkulesaufgabe“. Diesen Vorschlag unterstützte auch Marion Daniel (FDP) mit der Begründung, keine willkürliche Priorisierung vornehmen zu wollen. Trotz der Erläuterung der Verwaltung zeigten sich zudem einige Ausschussmitglieder von einem absehbar erneuten negativen Bescheid des Bundes zum Thema Kreisel nicht überzeugt.

Die Vertreter einigten sich am Dienstagabend auf Antrag von Kreszentia Flauger (Linke) auf Vertagung. Die Verwaltung solle bis zur nächsten Sitzung am 12. November die Einrichtung eines Kreisverkehrs sowie mögliche Alternativen an der Kreuzung B213/Havekoster Straße/Harpstedter Straße prüfen.

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