Pläne zum Flugplatz Ahlhorn erläutert / Gegner blieben fern

Ausschuss-Mehrheit steht zu Betreibern

Landkreis - (ck) · Schade! Da hatten die Aktiven der Bürgerinitiative „FloW – Fluglärm ohne Wildeshausen“ am Dienstag die Möglichkeit, sich im Struktur- und Wirtschaftsausschuss des Landkreises aus erster Hand über die Details zum beantragten „Sonderflugplatz“ in Ahlhorn zu informieren. Aber niemand von ihnen ließ sich im Sitzungssaal des Kreishauses blicken.

So entging ihnen einiges – unter anderem die Feststellung, dass für einen Sonderflugplatz Passagier- und Frachtfliegerei tabu bleiben, weil die „Bauschutzgrenze“ von 15 auf 1,5 Kilometer schrumpft (wir berichteten gestern). So dicht dürfen dann neue Häuser ohne Genehmigung durch die Luftfahrtbehörde an die Piste rücken. Und diese Bewohner genießen gesetzlich verordneten Schallschutz.

Zudem verpassten die nicht erschienenen Fluglärmgegner das ewig junge Duell: Wenn sich in den Kreistagsgremien die Wege des Liberalen Ernst-August Bode und des Bündnisgrünen Manfred Rebensburg kreuzen, verspricht dies stets hohen Unterhaltungswert.

Fast alle Ausschussmitglieder standen zum Vorhaben der „Flugplatz Ahlhorn GmbH“, diesen Flughafen-Status aufzugeben und nur noch einen Sonderflugplatz zu beantragen. Nur Manfred Rebensburg rieb sich an der 24-Stunden-Option zur Abwicklung der Geschäftsfliegerei bei Bedarf: „Wir sind gar nicht weit entfernt von einem Konsens – es geht nur um acht von 24 Stunden“, erklärte der Grünen-Fraktionschef. Seiner Meinung nach sollten Nachtflüge zwischen 22 und 6 Uhr tabu bleiben. „Und ich kann nicht erkennen, dass daran Arbeitsplätze hängen sollten.“

Damit hatte er den FDP-Fraktionsvorsitzenden Bode auf die Zinne getrieben: „Wir alle im Kreistag waren fürs Konzept der fliegerisch-gewerblichen Nachnutzung des Fliegerhorstes – Sie natürlich nicht, Herr Rebensburg, das war mir sowieso klar.“ Aber Bode unterstrich, dass es sich bei den angestrebten 1 000 neuen Arbeitsplätzen nicht allein um Gewerbe handeln soll, das in direktem Zusammenhang mit der Luftfahrt steht. Auf dem Fliegerhorst entstünden 120 Hektar Industrie- und Gewerbefläche, und es sei doch unbestritten, dass sich dort ganz andere Betriebe ansiedeln könnten. „Wer das nicht einsieht, macht sich lächerlich“, meinte Bode. Rebensburg bezog dieses Urteil auf sich und konterte: „Sie machen sich lächerlich.“

Thomas Schulze (CDU) bemühte sich um Sachlichkeit: „Mehrheitlich erkennen wir, dass sich in Ahlhorn eine Chance für den ganzen Landkreis entwickelt. Aber ich warne davor, eine Sache zu zerreden. Das hilft uns nicht weiter und schadet dem Betreiber in der Entwicklung der Fläche.“ Zudem missfiel ihm, dass „eine zum Kreis gehörende Gemeinde von Kritikern beauftragt wird“. Da drängt sich die Erinnerung an eine Wildeshauser Bauausschuss-Sitzung auf, als ein weit gereister Rechtsanwalt vor „Mogelpackungen“ der Antragsteller warnte, der Stadt zum Einholen eines Gutachtens riet und von Frachtflügen sprach.

Derartige externe Experten hatte die Kreisverwaltung am Dienstag nicht zu bieten. „Wenn für sie kein Folgeauftrag winkt, kommt man nur schwer an sie heran – es sei denn, es handelt sich um Tagegeld-Schreiber“, erklärte Rolf Eilers als Geschäftsführer der Gesellschaft „Fliegerhorst Ahlhorn – Nachnutzung auf kommunaler Ebene“ (Flanke). Und erster Kreisrat Carsten Harings sah auch keine Notwendigkeit – denn Thomas Meiswinkel und Bernd Gooßmann von der „Flugplatz Ahlhorn GmbH“ hätten im vorherigen Struktur- und Wirtschaftsausschuss lückenlos und offen ihren Antrag erläutert: „Wenn man vernünftig miteinander spricht, sind sie auch gesprächsbereit.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Der Blauregen hat viel Kraft

Der Blauregen hat viel Kraft

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Wandern, Waldbaden und Wellness in Bad Steben

Barock und Bio im Bliesgau

Barock und Bio im Bliesgau

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Kampf gegen Corona: Italien verlängert Ausgangsverbote

Meistgelesene Artikel

Rathaus-Erweiterung schreitet gut voran

Rathaus-Erweiterung schreitet gut voran

Lastwagen fährt Baustellenbaken um und fährt weiter

Lastwagen fährt Baustellenbaken um und fährt weiter

Sechs Corona-Infizierte in Wildeshausen

Sechs Corona-Infizierte in Wildeshausen

Corona-Fallzahl steigt leicht an: 113 Erkrankte im Landkreis Oldenburg

Corona-Fallzahl steigt leicht an: 113 Erkrankte im Landkreis Oldenburg

Kommentare