Biogasanlage in Mahlstedt in Planung

Ausgefeiltes Konzept vorgestellt

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenMAHLSTEDT · Es handele sich um ein privilegiertes Bauvorhaben, und daher müsse die Gemeinde Winkelsett ihr Einvernehmen erteilen; andernfalls kämen womöglich Regressansprüche auf sie zu. Diese Bemerkung schickte Bürgermeister Gert Weidenhöfer voraus, ehe der Winkelsetter Rat am Dienstagabend seine Sitzung im Gasthaus Meyer unterbrach, um Investoren Gelegenheit zu geben, ein ausgefeiltes Konzept für eine geplante Biogasanlage in Mahlstedt vorzustellen. Der Bauantrag ist bereits gestellt.

Die 500-Kilowatt-Anlage mit zwei Fermentern, Nachgärer und Endlager für den bei der Biogasproduktion entstehenden Dünger (Substrat) soll hinter dem Geflügelstall der Familie Brüning – in Richtung Harpstedt – entstehen und mit Mais, Gras und Grünroggen, also mit nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo), gespeist werden. Als Betreiber treten die Brüning GbR, die Beneke GbR, Cord-Georg Weidenhöfer und Urte Kolweyh auf.

„Wir werden die Anlage komplett einwallen und den Wall bepflanzen, um so auch einen Sichtschutz zu gewährleisten. Dies ist zugleich Bestandteil der nötigen Ausgleichsmaßnahmen“, erläuterte Heinz-Gerd Brüning. Den Betreibern stünden zusammen fast 700 Hektar Anbaufläche zur Verfügung. „Wir erzeugen alle Substrate, die wir zur Speisung der Anlage benötigen, selbst“, so Brüning. Dabei werde voraussichtlich auf nur maximal 25 Prozent der Flächen Mais angebaut. Dies bewege sich deutlich unter dem durchschnittlichen Anteil im Landkreis, der bei gut 40 Prozent liege. Die Zufahrt zur Anlage erfolgt, abzweigend von der L 338, über einen Gemeindeweg – über die „Ringstraße ins Dorf Mahlstedt“, wie Gert Weidenhöfer erläuterte. Ein Teil der Prozesswärme dient zur Beheizung umliegender Wohn- und landwirtschaftlicher Wirtschaftsgebäude.

Zwei Motoren sollen installiert werden – der kleinere direkt an der Anlage, der größere (in einem Container) in Wildeshausen. Grund: In der Kreisstadt gibt es Interessenten, die gern Wärmeenergie zu günstigen Konditionen abnehmen würden. Verhandlungen darüber laufen.

Die Pläne sehen den Bau einer etwa zwei Kilometer langen Gasleitung vor. Das dadurch geleitete Biogas wird in Wildeshausen verstromt, die dabei anfallende Wärme in der direkten Umgebung für Heizzwecke genutzt. Die Erzeugung der elektrischen Energie an zwei verschiedenen Standorten hat die Einspeisung in zwei Stromnetze zur Folge – in das der E.ON-Avacon und das der EWE.

Die Lagerung von Mais, Grassilage und Grünroggen erfolgt auf einer Silageplatte – unter Folie. „Unsere NawaRo-Anlage arbeitet geruchlos“, betonte Heinz-Gerd Brüning. Und der im Prozess entstehende Dünger sei „um den Faktor zehn weniger geruchsintensiv als herkömmliche Gülle oder Mist“.

Diskussionsbedarf über das Bauvorhaben gab es im Rat nicht. Möglichst schon zum Beginn der nächsten Heizperiode möchten die Investoren die Biogasanlage in Betrieb nehmen.

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