Schlachthof-Streit in Ahlhorn: Investor erscheint bei Demonstration / Strafanzeige

Aufgeheizte Stimmung

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Hunderte Männer und Frauen marschierten am Sonnabend durch Ahlhorn, um gegen den geplanten Schlachthof zu demonstrieren.

Ahlhorn - Das hat es in Ahlhorn noch nicht gegeben. Eine groß angelegte und angemeldete Demonstration gegen die geplante Hähnchenschlachterei zeigte am Wochenende einmal mehr den Unmut vieler Bürger gegen dieses Bauvorhaben.

Die Emotionen kochten hoch, als völlig überraschend der Antragssteller des Bauvorhabens, Walter Kreienborg, mit einem Teil seiner Belegschaft auftauchte und quasi eine Gegenveranstaltung kreierte. Eine nicht legale Störaktion, wie einige Demonstranten befanden. Das Ganze endete mit einer Strafanzeige.

Weit mehr als 400 Männer und Frauen – so die Angaben des Veranstalters – gingen am Sonnabend in Ahlhorn auf die Straße und demonstrierten gegen die geplante Hähnchenschlachterei. Unmittelbar vor der heute startenden Bürgerbefragung in der Gemeinde Großenkneten sollte noch einmal ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Gleiches hatte sich aber offenbar auch Walter Kreienborg fest vorgenommen.

So staunten die Demonstranten nicht schlecht, als der Unternehmer plötzlich mit einigen seiner Mitarbeiter am Demonstrationsort auftauchte und sich den Weg durch die Menge bahnte. Nach Augenzeugenberichten soll es dabei auch rabiat zugegangen sein. „Herr Kreienborg störte bewusst und in eindeutiger Absicht die Versammlung, indem er und die ihm nachfolgenden Personen forschen Schrittes durch die Reihen der friedlich versammelten Demonstrations-Teilnehmer stoben und sich teilweise auch mittels erheblichen Körpereinsatzes Platz verschafften“, behauptet Michael Hettwer, Sprecher des Landesnetzwerkes „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“. Er erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg, die als Kopie auch unserer Redaktion vorliegt.

Wilfried Papenhusen, Sprecher der Bürgerinitiative „Bündnis MUT“, sagte gestern: „Es handelte sich aus unserer Sicht um eine nicht genehmigte Gegendemonstration. Leider hat die Polizei nicht durchgegriffen und die Störer des Platzes verwiesen.“ Nach Darstellung Papenhusens verhielten sich die Schlachthofgegner deeskalierend, da die Situation ansonsten aus dem Ruder zu laufen drohte. Von der anderen Seite habe es Provokationen gegeben. Kreienborg selber war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Demonstration sei friedlich zu Ende gegangen, bestätigten mehrere Teilnehmer. Uschi Helmer, ebenfalls Mitglied beim Landesnetzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“, hatte die Veranstaltung nicht nur angemeldet – sie ergriff während der Abschlusskundgebung auch das Wort. „Weg von der Massentierhaltung hin zu mehr Tierschutz“, lautete ihr Tenor. Ähnliche Botschaften waren auf den zahlreichen Plakaten und Transparenten der Demonstrationsteilnehmer zu lesen.

Unterstützt wurden die Gegner der Schlachterei durch Aktivisten und Mitglieder von Bürgerinitiativen aus ganz Niedersachsen und sogar aus den Niederlanden. Auch einige Ratsvertreter der Gemeinde Großenkneten waren unter den Demonstranten.

Bis zum 1. November läuft nun in Großenkneten die Bürgerbefragung zum Schlachthof. Letztes Wort in dieser Angelegenheit hat jedoch der Gemeinderat. · js

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