Ensemble „quintessence“ zeigt Stimmbrillanz, Humor und Körpereinsatz in der Dötlinger Kirche

Auch Schlager geht a capella

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Besonders gut kam beim weiblichen Publikum Bass-Sänger Ralph Baumann, hier verkleidet als Discobesucher, an. ·

Dötlingen - Die wichtigsten Werkzeuge des Oldenburger A-capella-Ensembles „quintessence“ sind ihre Stimmen. Damit überzeugten sie am Samstagabend in der Dötlinger St.- Firminus-Kirche nicht nur gesanglich, sondern ahmten während ihres Konzerts mit viel Humor und Körpereinsatz auch unverwechselbar verschiedene Instrumente nach.

Die drei Sänger und zwei Sängerinnen unternehmen gerne Ausflüge in die verschiedensten Musikstile: Ausgefallene Arrangements aus Jazz, Pop und Klassik, Stücke von den Beatles, französische Chansons und deutsche Schlager gehörten zu dem Repertoire, das die Konzertbesucher in Dötlingen mal verzaubert lauschen ließ und dann wieder mit unwiderstehlichem Humor zum Schmunzeln brachte oder für herzhaftes Gelächter sorgte.

Mitunter griffen die fünf Musiker bei dem abwechslungsreichen Programm, dem sie sich gestellt hatten, auch in die Instrumenten- oder Kostümkiste. Zwar bewiesen sie bei diversen Stücken ihr geniales Können im Luft-Banjo-Spiel und meisterten komplizierte Instrumente wie Geige, Piano, Posaune und Schlagzeug genauso perfekt. „Singen und gleichzeitig die Gurke mit der Stimme nachahmen – das können wir allerdings nicht“, witzelte Bariton Daniel Berg. Vor den begeisterten Zuschauern musste er nicht rechtfertigen, dass bei einigen Songs Klanghölzer oder Gurke das Zusammenspiel der fünf starken Stimmen vervollständigten.

Doch nicht nur akustisch, auch optisch bot „quintessence“ den Konzertbesuchern jede Menge explosives Kichermaterial. Die imaginären Instrumente wurden nicht nur mit authentischem Klang, sondern auch mit außergewöhnlichem Körpereinsatz gespielt. Mimik und Gestik der Musiker ließen kein Auge trocken. Große Enttäuschung – besonders unter den weiblichen Gästen – wollte sich erst breit machen, als Ralph Baumann, der Bass und außerdem jüngste Sänger des Ensembles, nach einem Stück unvermittelt aus der Kirche eilte. Umso lauter war das Gelächter, als er mit Perücke und Sonnenbrille zurückkam. Angeschmachtet nicht nur aus dem Publikum, sondern auch gesanglich von seinen Kolleginnen Johanna Engel und Jutta Birkigt, übernahm er die Hauptrolle im deutschen Schlager und berichtete musikalisch von einer – erfolglosen – Discobaggerei.

Nachdem Baumann unter seiner Perücke wieder aufgetaucht und das letzte Lachen im Publikum verloschen war, holte das Ensemble trotz der späten Stunde mit dem Popklassiker „Sunny“ die Sonne in die Kirche – die warmen Strahlen, erzeugt nur durch die Stimmen, kribbelten den Zuhörern auf der Haut. Viel vorgenommen hatten sich die Musiker mit einem umfangreichen Instrumentenstück von Edward Grieg: Unverwechselbar brachten die Profi-Stimmen aber auch dieses Klassikwerk zu Gehör. · an

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