Hartplatz an der Hauptschule erhitzt seit fünf Jahren die Gemüter

Anwohner sind stinksauer

Die Anwohner fordern die Sperrung des Hartplatzes an der Wildeshauser Hauptschule: Herbert und Ruth Harms, Detlev Hesse, Karl-Heinz Jähnel, Herbert Weitz und Hartmut Posenauer (von links). ·

Wildeshausen - Von Joachim DeckerDie Anwohner der Wildeshauser Hauptschule fühlen sich durch den Lärm, der vom Hartplatz der Schule herüberschallt, nicht nur belästigt, sondern sie sind mittlerweile auch stinksauer und fühlen sich von Stadtverwaltung und Politik veräppelt. Neuester Stand ist, dass es die Anwohner in Erwägung ziehen, den Klageweg zu beschreiten.

„In der Tat sind wir bereit, zu klagen. Wir haben die Kontakte zu Fachanwälten, die sich mit städtischem Recht bestens auskennen, bereits geknüpft“, erzählt Hartmut Posenauer, dessen Grundstück direkt an den Fahrradunterstand neben dem Hartplatz grenzt: „Die Stadt betreibt diesen Hartplatz rechtswidrig als Bolzplatz.“ Eine Aussage, die Karl-Heinz Jähnel, Detlev Hesse, Marlies Posenauer, Ruth und Herbert Harms, Jürgen Wiesner, Herbert Weitz, Hermann Schulenberg sowie Ulrich Kramer als Mitglieder der Anliegergemeinschaft nur bestätigen können. „Besonders schlimm ist, dass nicht nur Kinder zum Spielen kommen, sondern am Abend rollen junge Erwachsene an, um auf dem Platz bis nach 22 Uhr zu bolzen oder zu feiern“, sagt Wiesner.

„Uns wurden mehrfach Zusagen aufs Unterbinden dieses Lärms gemacht, aber es hat sich nichts getan. Wir sind keine schwierigen Nachbarn der Hauptschule, haben sogar einen guten Kontakt zur Schulleitung. Aber wir fordern unsere Ruhe an Abenden und Wochenenden“, betont Herbert Weitz. Und während er das am Abend auf der Terrasse von Herbert Harms erzählt, schallt der Lärm der Fußball spielenden Kinder unüberhörbar herüber.

In der Tat liest sich die Chronologie des Briefverkehrs mit der Stadt wie ein Abenteuerbuch – die ganze Sache mit den Beschwerden begann vor fünf Jahren mit einem Brief an Bürgermeister Franz Duin und Ersten Stadtrat Willi Möser. Darin forderten die Anlieger eine Sperrung des Platzes außerhalb der Schulzeiten. „Außerdem wurde der Pausenhof, der von der Humboldtstraße an die jetzige Stelle verlegt wurde, zunehmend zum Treffpunkt auch in den Abendstunden“, erklärt Jähnel. Auf das Schreiben an die Stadt habe es nie Antwort gegeben. Unter der Moderation von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi trafen sich Ratsvertreter und Anliegerschaft am 7. März 2007 zu einem Gespräch. „Dabei wurde uns ein Schallschutzgutachten in Aussicht gestellt“, sagt Hesse. Bau- und Verwaltungsausschuss hätten dies abgelehnt. Am 4. April 2008 hat sich die Gemeinschaft erneut schriftlich an die Stadt gewandt. „Auch auf das Schreiben gab es keine Antwort“, erklärt Harms.

„Die Krone wurde dem Ganzen dann in diesem Jahre aufgesetzt“, sind sich die Anlieger einig. So teilte die Stadt am 31. März mit, dass der Hartplatz generell auch außerschulisch freigegeben werden soll. Dem Einwand der Bürger vom 8. April folgte am 9. Juni ein Telefongespräch. „Herr Decke von der Stadtverwaltung hat mir mitgeteilt, dass der Platz nun komplett eingezäunt und nur noch für schulische Zwecke genutzt werden soll“, berichtet Jähnel. Für die Anlieger ein erster Grund zum Aufatmen – die Ruhe war greifbar nahe. Dann aber gab es erneut einen „Schuss vor den Bug“. „Aus der Wildeshauser Zeitung mussten wir erfahren, dass die Stadt die Zusage auf Sperrung zurückzieht, weil sie von Ratsmitglied Dr. Volker Pickart angegriffen wurde“, erzählt Weitz. Das Schlimmste aber sei, dass die Anlieger nicht einmal direkt über diesen „Wortbruch“ informiert worden seien, sondern es am Morgen lesen mussten. „Das kann nicht sein“, betont Posenauer“, „die Baugenehmigung für den Platz beläuft sich ausschließlich auf Schulbetrieb.“ Es sei traurig, dass der Bürgermeister in diesem Punkt kein Rückgrat habe.

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