„Prager“ überraschen beim Neujahrskonzert auch mit Gesang / Feuerwerk der guten Laune – und ein Hauch Poesie

Ambosspolka mit echtem Amboss

Von Märschen und Polkas über Film- und Musicalmelodien bis hin zu Schlager, Rock und Pop deckten die „Prager“ alle Musikrichtungen ab. ·
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Von Märschen und Polkas über Film- und Musicalmelodien bis hin zu Schlager, Rock und Pop deckten die „Prager“ alle Musikrichtungen ab. ·

Harpstedt - Von Jürgen BohlkenMehrere hundert Zuhörer haben am Sonntagnachmittag ein musikalisches Feuerwerk der guten Laune im vollen Koems-Saal genossen. In ihr Neujahrskonzert streuten die Harpstedter „Prager“ einige Überraschungsmomente ein. In der Polka „Auf der Vogelwiese“ bewies das Blasorchester gesangliche Qualitäten; die Stimmen konnten sich durchaus hören lassen. Begleitend zur Ambosspolka bearbeitete Jannik Stiller einen echten Amboss mit einem Hammer.

Nach der Einstimmung – traditionell mit dem Radetzkymarsch – und Begrüßungsworten der stellvertretenden Vorsitzenden und Dirigentin Angela Würdemann nahm der musikalische Leiter Steffen Akkermann augenzwinkernd in einem Gedicht gute Vorsätze aufs Korn. „Neues Jahr und neue Runde, ab jetzt geht es an die Pfunde. Viel mehr Sport, weniger essen, das Rauchen wollen wir vergessen, nicht vergessen Hochzeitstage, Blumen kaufen ohne Frage, Opa, Oma mal besuchen, mit Frau Wellnessurlaub buchen, mehr Zeit für die Kinder haben, seltener am Bier sich laben“, reimte der Dirigent. Geschickt baute er die Ankündigung des folgenden Stückes in seine Verse ein: „Eines nur, das soll so bleiben: Weiter Blasmusik betreiben. Und das wollen froh wir tun. Hört den Marsch jetzt: ,Silvermoon‘!“

Einmal mehr erwiesen sich die „Prager“ als Meister der musikalischen Abwechslung. Sie spannten einen Bogen von Märschen wie „Bunker Hill“ und Polkas über Film- und Musicalmelodien zu Schlager, Rock und Pop.

Den Coldplay-Titel „Viva la vida“ oder den Survivor-Song „Eye of the tiger“ aus „Rocky III“ hätten wohl viele Zuhörer sicher nicht unbedingt in einem Blasmusikkonzert erwartet. Zu den Neuheiten im Repertoire zählten auch Elmer Bernsteins Titelstück aus dem Western „Die glorreichen Sieben“ und der Mallorca-taugliche Hit „1000 Träume weit“. Winfried Famulla überzeugte als Solotrompeter in Heinrich Schäffers „Die Post im Walde“. Getragene Hymnen wie „Don‘t cry for me, Argentina“ aus dem Musical „Evita“ oder Whitney Houstons „One moment in time“ wechselten sich mit beschwingten Weisen ab. Auch Angela Würdemann und Winfried Famulla durften zwischenzeitlich den Taktstock schwingen.

Steffen Akkermann würzte das Konzert mit ebenso launigen wie sachkundigen Anmoderationen – und ein wenig Poesie. „So schauen wir ins neue Jahr mit Bangen und mit Hoffen. Wenn‘s so wird, wie das letzte war, dann stelle ich persönlich klar: Ich hab‘s gut angetroffen“, lauteten die ersten Verse aus seinem eigenen Gedicht „Zum neuen Jahr“, in dem der Dirigent das eingangs von ihm angesprochene Thema wieder aufgriff: „Kein neuer Vorsatz liegt mir nah, es sind doch stets die alten. So möge auch im nächsten Jahr uns uns‘re Kraft, die hilfreich war, Gott weiterhin erhalten!“

Ohne „Bonus“ ließ das Publikum die „Prager“ nicht ziehen. Im Zugabeteil ging‘s mit dem Marsch „Gruß an Kiel“, dem „Schneewalzer“ und „Mister Dixi“ nochmals sehr volkstümlich und zackig zur Sache. Zu den Zuhörern zählten auch Bürgermeister Werner Richter sowie Bürgerschützenkönig Michael Voß und der Oberst des Offizierskorps der Bürgerschützen, Rolf Ranke, mit ihren Frauen.

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