Denkmalplakette für Hofstelle aus dem Jahr 1521 / Freude bei Besitzerehepaar

Alles Geld fließt in das Haus

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Nahmen gestern die Denkmalplakette in Empfang: Birgit und Werner Ganteföhr. ·

Oldenburg - Von Jan SchmidtHURREL · „Über eine Kreuzfahrt oder ähnliches haben wir uns noch nie Gedanken gemacht. Unser Geld fließt ja ständig in unser Haus.“ Birgit und Werner Ganteföhr müssen schmunzeln. Vor 34 Jahren haben sich die beiden eine alte Hofstelle in Hurrel (Gemeinde Hude) gekauft. Dort leben sie bis heute in einem angrenzenden Wohnhaus.

Das Haus – errichtet im Jahr 1871 – hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Viel älter ist allerdings die angrenzende Hofstelle. Eine erste urkundliche Erwähnung findet sie im Jahr 1521.

Heute steht die Hofstelle seit zehn Jahren unter Denkmalschutz. Ihre Pflege, davon können Birgit und Werner Ganteföhr ein Lied singen, ist teilweise mit hohen Kosten verbunden. Dies war am Ende aber nur einer von vielen Gründen, warum sich die Verwaltung des Landkreises Oldenburg und der FDP-Landtagsabgeordnete Christian Dürr für einen Wunsch der Eheleute Ganteföhr einsetzten.

Gestern ging dieser Wunsch in Erfüllung: Landrat Frank Eger und Christian Dürr brachten gemeinsam eine Plakette an der Außenfassade der Hofstelle an, die ab sofort auf den Denkmalstatus hinweist. Birgit und Werner Ganteföhr strahlten übers ganze Gesicht. Sie hatten sich schon vor etlichen Jahren nach einer solchen Plakette erkundigt. „Als wir bei der Regierung in Hannover nachgefragt haben, wurde uns mitgeteilt, dass es eine solche Plakette gar nicht gibt“, erzählte Werner Ganteföhr gestern.

An diesem Punkt kamen der Landkreis und Dürr auf den Plan. „Ich habe das Thema in Hannover angesprochen“, berichtete Dürr. Das Wissenschaftsministerium habe ihm 2009 versichert, dass die Plakette in die Planungen zum neuen Denkmalschutzgesetz mit einfließe. Am 1. Oktober 2011 trat das Gesetz in Kraft, allerdings bedurfte es noch eines Erlasses durch die Verwaltung. Dies geschah im Juni – seitdem dürfen die Plaketten vergeben werden.

Die erste Plakette des Landesamtes für Denkmalschutz bekam vor sechs Wochen eine Hofstelle in Einbeck (Landkreis Northeim). Gestern folgte die zweite Plakette in Hurrel. Die Übergabe sei ihm eine besondere Ehre, betonte Dürr. „Das private Engagement halte ich für sehr wichtig. Viele Denkmäler sind heute in privater Hand.“ Auch Landrat Frank Eger lobte die Arbeit des Ehepaares Ganteföhr: „Hier geht es darum, die Würde eines alten Gebäudes zu achten“, sagte er und verwies auf einen älteren Zeitungsartikel, der auf Respekt vor Altertum und Schönheit pocht.

Noch vor kurzem hatten die Ganteföhrs das Reetdach komplett erneuert. „Wir wollen die Grundstrukturen erhalten und den Verfall verhindern“, erläuterte Werner Ganteföhr. „Früher lebten in der Hofstelle mehrere Menschen. Es gab nur einen großen Raum. Dort waren Vieh und Menschen untergebracht – das Vieh im Randbereich, die Menschen im hinteren Bereich nahe einer Feuerstelle.“

Der Ort der einstigen Feuerstelle ist mittlerweile durch einen Kamin ersetzt. Dem Charisma der alten Hofstelle hat dies jedoch keinen Abbruch getan.

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