Dötlingen trotz Defizits schuldenfrei

„Alle müssen Einschnitte hinnehmen“

Neerstedt - (ts) · „Keine Schulden machen“, lautete die Prämisse für die Aufstellung des Haushaltsplans 2011. Und diese wird die Gemeinde Dötlingen trotz Defizits wohl erfüllen können. Die Rücklagen reichen gerade so aus, um keinen Kredit aufnehmen zu müssen. „Wir wissen um den Ernst der Lage und müssen auch die kommenden Jahre sparsam sein“, fasste gestern Abend Dierk Garms, Vorsitzender des Finanz- und Wirtschaftsausschusses zusammen, ehe die Mitglieder den Haushaltsplan und das Investitionsprogramm einstimmig absegneten.

Ein großes Loch zeigt sich vor allem im Ergebnishaushalt. Über 1,1 Millionen Euro beträgt hier das Defizit, „das wir trotz aller Sparbemühungen nicht beheben konnten“, erklärte Garms. Da half auch die gestrige gute Nachricht von Kämmerin Katrin Albertus-Hirschfeld nicht, die mitteilte, dass es für den Gesamthaushalt aufgrund von aktuellen Veränderungen noch eine Verbesserung von 80 400 Euro geben wird. Zumindest konnte aber für die Folgejahre bis 2014 ein Ausgleich erzielt werden. Der Finanzhaushalt sieht ein wenig freundlicher aus. Auf 280 000 Euro beläuft sich hier der Fehlbedarf. Hinzu kommt eine Investitionssumme von rund 219 000 Euro.

Grund für die schlechte finanzielle Lage sind nicht nur die Abschreibungen, die seit der Einführung der Doppik anfallen. Auch die Gewerbesteuereinnahmen brechen weiter weg. Lediglich mit 2,8 Millionen Euro rechnet die Gemeinde für 2011, im Jahr 2008 waren es noch acht Millionen Euro. Dass die Zeiten des Wohlstands vorbei sind, machte Willi Niehoff (CDU) deutlich. „Alle müssen Einschnitte hinnehmen“, sagte er. Während der Beratungen hätten die Beteiligten auch den noch so kleinsten Posten auf den Prüfstand gestellt. „Und so manche Investition mussten wir schieben“, so Niehoff.

Garms zählte kurz auf, was überhaupt noch an Investitionen über 10 000 Euro bleibt. Lang war seine Liste nicht. Neben diversen Zuweisungen, die die Gemeinde an das Land, die Kreisschulbaukasse und die Stadt Wildeshausen zahlen muss, schlagen noch Gelder für die Abwasserbeseitigung sowie den Ausbau von Gemeindestraßen, die Planung der Dorferneuerung Ostrittrum und die Sanierung der Ostrittrumer Wassermühle zu Buche (wir berichteten).

Bürgermeister Heino Pauka sagte in diesem Zusammenhang, dass sich die Bürger umstellen müssten. „Bisher haben wir fast jeden Wunsch erfüllt“, so Pauka. Nun sei der Sparkurs angesagt, „und das Bewusstsein dafür kann ich noch nicht erkennen. Ich denke, dass wird in Zukunft noch zu Diskussionen führen“. Umso mehr würdigte Garms, dass zumindest die Ratsmitglieder den Sparkurs öffentlich unterstützt hätten.

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