Jugendgottesdienst zur Kinderarmut in der Wildeshauser Alexanderkirche

„Alex 18:30“ mit 350 tief berührten Besuchern

Julia Ollmann (18, rechts) und Johanna Lubasch (17): Vor dem Hintergrund der Hartz-IV-Regelsätze machten sie deutlich, was Dinge wirklich kosten.

Wildeshausen - WILDESHAUSEN (hen) · „Das Leben schreibt die schönsten Geschichten“ – das aber gilt nur, solange alles gut läuft, der Ernährer der Familie einen sicheren Job hat und keine Schulden da sind. Das engagierte Team des Jugendgottesdienstes „Alex 18:30“ griff am Freitagabend vor rund 350 Besuchern in der Wildeshauser Alexanderkirche das aktuelle Thema „Kinder- und Jugendarmut in Deutschland“ auf und gestaltete einen bewegenden, unter die Haut gehenden Gottesdienst unter dem Motto „Armes Kind“.

Vorlage war das Buch „Leben auf Sparflamme“ aus der Feder von Christine Biernath. Es wurde das Schicksal der 15-jährigen Jessica – dargestellt von Lerke Müller (14) – erzählt, das jeden treffen könnte und das die Geschichte sehr glaubwürdig machte. Das Mädchen brauchte sich bislang keine Gedanken über Geld zu machen, doch das ändert sich von einem Tag auf den nächsten.

Der Vater wird arbeitslos, die Familie muss ihr Reihenhaus verkaufen, und es folgt der Umzug in eine Mietskaserne. Jessica muss nun viel Verantwortung für ihre Geschwister tragen, die den gesellschaftlichen Abstieg noch nicht durchschauen. Es ist ihr peinlich, das Angebot der „Tafel“ wahrzunehmen und Ausreden zu erfinden, warum sie nicht ins Kino oder zur Party kommen kann. Zum Glück lernt sie Florian (Matthias Saathoff.17) kennen, der sie gut versteht, weil er in einer ähnlichen Situation lebt und herausgefunden hat, dass das Leben auch ohne Geld positive Seiten haben kann.

Ein Gottesdienst, der zum Nachdenken anregte und vielleicht dazu führt, dass der eine oder die andere etwas anders über den Klassenkameraden mit der verwaschenen Jeans und dem „Schlabberpulli“ denken wird und erkennt, was im Leben wirklich zählt. Für den treffenden musikalischen Ton sorgten die „Alex-Haus-Band“ unter Leitung von Diakon Johannes Kretzschmar-Strömer und der Jugendchor unter Leitung von Kantor Ralf Grössler.

„Die Kinderarmut in Deutschland nimmt zu und ist leider zu einem wichtigen Thema geworden“, sagte Martina Zahl, Vorsitzende der Wildeshauser „Tafel“. Sie stand den jugendlichen und erwachsenen Besuchern nach dem Gottesdienst im „Alex-Bistro“ Rede und Antwort. Dabei berichtete sie, dass von den rund 2 000 registrierten Kunden der Wildeshauser „Tafel“ etwa 800 Kinder seien. 180 davon seien in „Jessicas“ Alter, zwischen 15 und 18 Jahre alt.

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