Schulelternrat sammelte bei Famila 305 Unterschriften / Motto: „Sprache ist mehr als Worte“

Aktion zum Erhalt der Sprachheilschule in Neerstedt

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„Sprache ist mehr als Worte“ ist das Motto der Unterschriftensammlung. ·

Wildeshausen - Dafür, dass die Sprachheilschule Neerstedt auch im kommenden Schuljahr ihre Pforten für Kinder mit einem sprachlichen Handicap öffnet, kämpfen die Eltern der Neerstedter Sprachheilschule. Damit stehen sie nicht alleine dar.

In ganz Niedersachsen sind die Existenzen von weiteren neun Sprachheilschulen und 68 Sprachheilklassen durch die bildungspolitischen Pläne der Landesregierung bedroht. Der Koalitionsvertrag von SPD und Die Grünen/Bündnis'90 sieht eine Abschaffung jener Förderschulform vor.

Kinder mit umfangreichen sprachlichen Defiziten sollen stattdessen im Rahmen der „inklusiven Beschulung“ in die regulären Grundschulklassen integriert werden. Diese Mischklassen erhalten gemeinsam eine für die Inklusionsschüler notwendige sonderpädagogische Betreuung durch eine Förderschullehrkraft. Allerdings macht der Förderunterricht bloß zwei Schulstunden pro Woche aus.

Eine Wahlmöglichkeit zwischen Inklusionsklasse an einer Grundschule oder einer individuell fördernden Sprachheilschule bestünde dann nicht mehr. „Die zwei Stunden Förderunterricht sind uns zu wenig. Wir wollen die Sprachheilschulen und Sprachheilklassen erhalten“, so der Schulelternrat aus Neerstedt. „Die Zahlen sprechen für sich.“

Zu Beginn des laufenden Schuljahres wurden 24 neue ABC-Schützen an der Sprachheilschule eingeschult. Dies seien 20 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, trotz allgemein zurückgehender Schülerzahlen, so der Elternrat.

Um das zu verhindern, startete Bianca Meyer aus Neerstedt mit dem Schulelternrat Ende August eine Bürgerinitiative unter dem Motto „Sprache ist mehr als Worte“. Gemeinsam sammeln sie im Internet und auf der Straße Unterschriften – wie am vergangenen Sonnabend im Famila-Einkaufszentrum Wildeshausen.

Die Petition kann online unter http://www.openpetition.de unterstützt werden. Sie trägt den Titel „Erhaltet die Förderschulen Sprache (Sprachheilschulen) in Niedersachsen“. Bis Ende Oktober benötigt die Initiative 20 000 Unterschriften, damit sie die Petition beim Landtag einreichen können. „Wir konnten im Famila-Markt innerhalb von zweieinhalb Stunden 305 Unterstützer überzeugen“, freute sich Organisatorin Bianca Meyer. Insgesamt steht die Petition bei knapp 9 000 Unterschriften. Momentan besuchen noch ungefähr 60 Kinder die Förderschule Sprache in Neerstedt. Sollten die Regierungspläne Einzug in die Praxis erhalten, bleiben dort die Schulbänke wohl nicht nur am Wochenende leer. · to

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