Ausmaße der Erdgas-Verdichterstation in Hespenbusch erkennbar / Bauten stehen bis Jahresende

50 000 Kubikmeter Boden bewegt

Peter Brüggmann, Wolf Künzelmann, Theodor Uphoff, Volker Bernasko, Norbert Stahlhut und Klaus Bigalke (von links) besichtigten gemeinsam die Baustelle der künftigen Erdgas-Verdichterstation in Hespenbusch.

Oldenburg - HESPENBUSCH (ck) Ein Bürgermeister als Motorsport-Freund: Für den bereits asphaltierten Rundkurs brachte Volker Bernasko gestern Nachmittag eine neue Verwendung ins Gespräch: „Das wäre doch eine ideale Kartbahn“, urteilte Großenknetens Verwaltungschef während des Rundgangs über die Baustelle der „ExxonMobil“ in Hespenbusch.

Doch der Energieversorger will hier in größerem Stil Gas geben: Ab Herbst kommenden Jahres soll hier die Erdgas-Verdichterstation ihren Betrieb aufnehmen. Die Kompressoren erhöhen dort den Druck, um stündlich bis zu 40 000 Kubikmeter mehr als bisher aus den östlichen Förderfeldern „abzusaugen“.

Dann strömen bis zu 300 000 Kubikmeter stündlich zur Erdgas-Aufbereitungsanlage zwischen Großenkneten und Sage – dank der in zwei schallgeschützten Hallen untergebrachten Turbo-Verdichter derart komprimiert, dass „wir eine der beiden Leitungen mehr oder weniger vom Netz nehmen können“, erläuterte Projektleiter Theodor Uphoff. Allerdings müssen Fachleute ein neues 20-Kilovolt-Spannungskabel aus Großenkneten in Richtung Hespenbusch ins Erdreich verlegen – denn die Verdichter, Wärmetauscher, Kältemaschinen und Gaskühler sowie hochmoderne Steuerungstechnik mit kilometerlangen Drähten allein im Betriebsgebäude brauchen eben entsprechend viel „Saft“. Im September startet die Erdverkabelung – aber ohne Folgen für die Straßen im Gemeindegebiet. Die Querungen gehen in Horizontalbohrungen vonstatten.

Wie während der bisherigen Bauphase bemüht sich „Exxon“ also darum, die Beeinträchtigungen für die Bürger möglichst gering zu halten. Erster Gemeinderat Klaus Bigalke berichtete jedenfalls: „Bisher hat uns niemand der Anwohner auf diese Baustelle angesprochen.“

Und das, obwohl seit November einiges an Erdreich in Bewegung geriet: „Wir haben wegen des nicht so tragfähigen Untergrunds etwa 20 000 Kubikmeter Mutterboden entnommen und 30 000 Kubikmeter Sand verfüllt – auch um das tiefer liegende Niveau auszugleichen“, erläuterte Uphoff. Ein Unternehmen aus Nordhorn führte diesen Auftrag aus – unter Mithilfe der Wildeshauser Transportbetriebe Apeler und Scheele. „Jetzt gewann die Nordhorner Firma auch die Ausschreibung für die Hochbauten“, verriet der Projektleiter. Insgesamt überbaut das Unternehmen rund 2,5 Hektar – vom Technik-Gebäude über die Verladestation zum Abtransport der hier herausgefilterten Flüssigkeiten (Uphoff rechnet mit einer Tankwagen-Ladung monatlich) bis zu einer zweiten „Fackel“ – eine steht bereits auf dem Areal dieses Pipeline-Knotenpunkts. Deren Belästigungen durch Licht ließen sich laut Unternehmenssprecher Norbert Stahlhut nicht ganz vermeiden – aber das Schallschutz-Gutachten sagt für den Komplex insgesamt bereits Ergebnisse deutlich unter den Grenzwerten voraus.

„Bis Ende dieses Jahres sollten alle Gebäude und Rohrleitungen stehen“, skizzierte Wolf Künzelmann. „Danach gehen die eigentlich komplizierten Arbeiten an der Technik in die heiße Phase.“ Zu Spitzenzeiten dürften etwa 100 Arbeiter in Hespenbusch wirbeln. Dazu zählen auch die Garten- und Landschaftsbauer am Rand des Areals: Denn wegen des Eingriffs in die Natur schafft „Exxon“ eine Ausgleichsfläche direkt neben der Station und weitere Waldstücke in einem größeren zusammenhängenden Gebiet.

Die Gesamtkosten schätzt Peter Brüggmann als Produktionsleiter der Erdgasförderung in Südoldenburg auf 60 Millionen Euro – zehn Millionen mehr als vergangenes Jahr geplant. „Aber das spielt für uns keine so große Rolle“, urteilte Stahlhut. Als wichtiger sah er es an, die Erdgasförderung in dieser Region für die kommenden 20 Jahre weiter zu sichern. Und das freute auch Bernasko als Steuer-Empfänger…

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