Pfarrhaus ähnelt nun wieder dem Urzustand

5 000 Euro von Stiftung für Sprossenfenster

Harpstedt - Neue Sprossenfenster in historischer Fassung sind in der Pfarrwohnung im Obergeschoss des „Ersten Pfarrhauses“ in Harpstedt eingebaut worden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hat für das Projekt eine Förderung in Höhe von 5 000 Euro vertraglich besiegelt. Den Kontrakt übergab DSD-Ortskuratorin Dagmar Löbert am Donnerstag an Pastor Gunnar Schulz-Achelis von der evangelischen Gemeinde.

Sprossenfenster waren ursprünglich in beiden Geschossen des Gebäudes eingebaut; oben wurden sie aber 1977 gegen solche mit großflächigen Scheiben ausgetauscht. Dank der jetzt erfolgten Maßnahme ähnelt das Haus wieder deutlich stärker dem Urzustand. „Wir haben Interesse, erhaltenswerte Bauten so wiederherzustellen, wie sie ursprünglich waren, begründete Löbert das Engagement der DSD, die ihrerseits dafür von der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, unterstützt wurde. Auf denkmalpflegerische Details wurde geachtet, zumal das Landesamt für Denkmalschutz, Stützpunkt Oldenburg, die Förderung mit vorbereitet hatte: Zur Dämmung und Abdichtung der Fenster diente nicht etwa Montageschaum, sondern Wolle. Die Farbe war nach Recherchen des Amtes für Bau- und Kunstpflege Verden nicht ursprünglich weiß, sondern wahrscheinlich – wie jetzt wieder bei den neuen Sprossenfenstern – lichtgrau.

Da die Maßnahme zugleich eine energetische Verbesserung bewirkte, hat auch der Kirchenkreis Syke-Hoya das Projekt unterstützt. Weitere Mittel kamen von der Europäischen Union und der Kirchengemeinde. Pastor Schulz-Achelis bedankte sich als Mieter der Wohnung und im Namen der Christusgemeinde bei Dagmar Löbert. Die 5 000 Euro von der Stiftung Denkmalschutz seien der entscheidende Schlussstein in einer komplexen Finanzierung gewesen. „Ohne Ihre Förderung wäre das Projekt nicht zustande gekommen“, betonte der Geistliche.

In einer Pressemitteilung hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz etwas den historischen Horizont des Projektes aufgearbeitet: Nach dem Großen Brand von 1739 erfolgte ein planmäßiger Wiederaufbau des Fleckens unter der königlich-kurfürstlichen Regierung Hannovers. Ein Oberamtmann Palm, dem die Leitung oblag, schuf einen nahezu quadratischen Markt- und Kirchplatz, zu dem ein rechtwinkliges Straßensystem führte, das zur Vermeidung weiterer Großfeuer sehr großzügig angelegt war.

In der Mitte des Marktplatzes entstand von 1742 bis 1753 eine T-förmige Saalkirche aus verputztem Backstein, die Christuskirhe. Zum Gotteshaus gehörten zwei Pfarreien, deren Pfarrhäuser an der I. und II. Kirchstraße an den Marktplatz grenz(t)en. Aufgrund fortwährender Mittelknappheit blieb die erste Pfarre im 18. Jahrhundert unbesetzt. Auch fiel dieses Pfarrgebäude recht bescheiden aus. Es genügte den Ansprüchen des „Pastor primarius“ nicht, so dass 1782 ein weiteres Gebäude angekauft wurde. 1861 fiel schließlich die Entscheidung für einen Neubau, der wegen des noch unvollendeten Kirchturms umstritten war.

Der Standort des zweigeschossigen – mit einem hohen Walmdach gedeckten – Ziegelbaus an der I. Kirchstraße blieb hinter der Straßenflucht zurück, was Raum für einen Vorgarten ließ. Heute befinden sich dort die ersten beiden Stationen des Christusgartens. Im Westen grenzt die eingeschossige Remise an. Den Hauptbau gliedern vorspringende Pfeiler und Zierziegelbänder, vor allem aber die hohen, rundbogigen Fenster. · eb

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