Oldenburger Filmfestival feierte Sonntag Abschluss / „Distanz“ bester deutscher Film / Proteste von Theatermitarbeitern

15 000 Besucher, 76 Filme, 20 Länder

Festivalleiter Torsten Neumann (r.) konnte während des Filmfestes internationale Größen wie das Regisseursduo David Siegel und Scott McGehee (l.), Bruno Barreto (2.v.r.) und das deutsche Model und Schauspielerin Wanda Badwal begrüßen.Fotos: Steenken

Oldenburg - OLDENBURG (eb/cs) n Seit Sonntag ist es wieder vorbei mit einem Stück Hollywood an der Hunte: Das 16. Internationale Filmfest in Oldenburg ging mit der Verleihung des German Independence Award zu Ende. Insgesamt zählten die Veranstalter seit Mittwoch 15 000 Besucher, die 76 Filme aus 20 Ländern sahen. Ehrengäste waren David Siegel, Scott McGehee und der brasilianische Filmemacher Bruno Barreto.

Der Gewinner des Sonntagabends war der Film „Distanz“ von Thomas Siebens. Die Jury, bestehend aus Buddy Goivinazzo, Sylvia Caminer, Chris Gore und Patrick Cassavetti zeichnete das Drama mit dem „German Independence Award“ als besten deutschen Film aus. Den mit 8 000 Euro dotierten Preis überreichte Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner gemeinsam mit der Jury an die Hauptdarsteller Franziska Weisz und Ken Duken und den Produzenten Norbert Kneißl. „Distanz“ greift ein brisantes Thema auf: Der Film erzählt die Geschichte eines desozialisierten jungen Mannes, der zum Amokläufer wird. Die fragile Liebe zu einer ebenfalls sozial isolierten jungen Frau ist für ihn die letzte Chance auf eine Rückkehr ins gesellschaftliche Leben. „‚Distanz‘ überzeugt mit intensivem Spiel und einer eindrucksvollen Kameraführung. Es ist ein Film ohne Verachtung, sondern mit viel Menschlichkeit, der kontrastiv zwischen Liebesgeschichte und Gewalt eine unvorhersehbare Geschichte erzählt. Ihm gelingt das schwierige Kunststück, Empathie für einen Soziopathen aufzubringen“, begründet die Jury ihre Entscheidung. Eine lobende Erwähnung erhielt aber auch der Film „Liebeslied“ von Anne Hoegh Krohn mit Jan Plewka und Nicolette Krebitz in den Hauptrollen.

Der mit 4 000 Euro dotierte Publikumspreis des „German Independence Award“ ging in diesem Jahr an „Made in China“ der amerikanischen Regisseurin Judith Krant. Peter Göttelmann, Marketingchef der EWE, dessen Unternehmen den Preis sponsort, übergab ihn an die Regisseurin. „Made in China“ ist eine skurrile Komödie über einen amerikanischen Scherzartikelerfinder, der auf der Suche nach Investoren durch Shanghai irrt.

Am Sonntagmittag wurden beim Kinobrunch im Theater Laboratorium außerdem die mit jeweils 500 Euro dotierten und internationalen Kurzfilmpreise bekannt gegeben: Die Auszeichnung in der Kategorie bester fremdsprachiger Kurzfilm ging an „Mute“ von Hassan Said. „Scissu“ von Tom Bewilogua gewann in der Kategorie bester deutschsprachiger Kurzfilm. Diesem winkt nun noch eine weitere Festivalteilnahme: Sein Film wird im Oktober im Wettbewerb des Festivals du Nouveau Cinéma de Montréal in Kanada gezeigt. Wird er hier als bester Kurzfilm prämiert, qualifiziert er sich automatisch für eine Festivalteilnahme.

Seinen Abschluss feierte das Oldenburger Filmfest mit der Deutschlandpremiere von „Uncertainty“. Scott McGehee und David Siegel thematisieren in ihrer temporeichen Mischung aus Thriller und Familiendrama das Leben eines jungen Paares, das durch einen Dschungel vielfältiger Entscheidungen und weit reichender Konsequenzen gehetzt wird.

Neben Glanz und Glamour gab es beim Filmfest aber auch Kritik an Missständen: Bereits bei der Eröffnung des Filmfestes am Mittwoch protestierten Mitarbeiter des Staatstheaters wie Bühnentechniker und Beleuchter dagegen, dass das Land Niedersachsen die Theaterbetriebszulage (TBZ), die einen Ausgleich für unregelmäßige Arbeitszeiten darstellt, kürzen will.

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