Drei Comedians reißen die Zuschauer im Filmhof ganz unterschiedlich mit

Von „Wulffs Drecksbude“und Katzenstreu am Baby-Popo

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Moses W. ist Vater geworden. Er empfiehlt „Enter Sandman“ als Gute-Nacht-Lied und Katzenstreu als Windel-Alternative.

Hoya - Von Sabine GrulkeUngefähr alle halbe Jahr ist Comedy-Zeit in Hoya: So auch am Freitagabend, als der Comedy Club von Radio Bremen Vier mal wieder drei Comedians in den Filmhof schickte. Erstmals in der Gegend dabei waren Lutz von Rosenberg Lipinsky und Moses W.; Christian Schiffer hatte 2011 bereits ein Gastspiel in Bruchhausen-Vilsen gegeben.

Um es vorwegzunehmen: Eindeutig am besten kam Lutz von Rosenberg Lipinsky an. Der Hamburger Comedian, geboren in Halle/ Westfalen, überzeugte mit seinem trockenen, intelligenten Witz, der fast schon in Richtung Kabarett ging. Er steht schon seit 20 Jahren auf der Bühne und eröffnete den von Christopher Kotoucek moderierten Abend. Von Rosenberg Lipinsky war zum wiederholten Mal in Hoya dabei und bildete auch den krönenden Abschluss nach gut zweistündigem Auftritt.

„Norddeutsche freuen sich anders“, befand von Rosenberg Lipinsky. Er vermutete Hoya nicht nur am „Ende der Welt“, sondern irgendwo dort, kurz bevor man über den Rand der Erdscheibe fällt. Er lobte auch süffisant die Raucher-Empore im Filmhof: „So etwas gibt es in ganz Deutschland nicht mehr!“

Ab dann ging es aber gleich los in Richtung große Politik: Der Comedian zog über „Wulffs Drecksbude in Großburgwedel“ her („Wenn er dafür 500 000 Euro aufgenommen hat, was hat er dann mit den anderen 480 000 gemacht?“), ebenso über „Gremlin“ und „rosa Marzipanschweinchen“ Angela Merkel und über Guido Westerwelle: „Wir Deutschen leisten uns den einzigen Außenminister, der kein Wort Englisch spricht – das ist Humor“, befand er und hatte die Lacher auf seiner Seite. Reichlicher Beifall belohnte seinen gelungenen Auftritt.

Etwas schwächer kamen die anderen beiden Künstler daher, auch wenn sie im jeweils zweiten Teil nach der Pause noch ein wenig an Fahrt gewannen: Zunächst war es Moses W. aus Essen. Er bekannte, vor kurzem erstmals Vater geworden zu sein. Der Musiker, der besser zur Gitarre sang als erzählte, wählte als Gute-Nacht-Ritual für sein Töchterchen „Enter Sandman“ der Heavy-Metal-Band „Metallica“ – und wunderte sich, warum sie nicht einschläft. Moses W. empfahl auch „Katzenstreu statt Höschenwindeln“, um Geld zu sparen.

Für mehr Gelächter sorgte seine Parodie im zweiten Teil, als er mit ostdeutschem Dialekt den Song „Bitte gib mir nur ein O“ der Gruppe „Wir sind Helden“ verulkte.

Christian Schiffer, vom Moderator als „Mann der 1 000 Stimmen“ angekündigt, kam auch erst bei seinem zweiten Auftritt so richtig in Fahrt. Dann imitierte er gekonnt andere Comedians wie Mario Barth und Rüdiger Hoffmann. Er hatte aber auch die Stimmen von Marcel Reich-Ranicki, Oliver Kahn und Udo Lindenberg drauf, um nur einige zu nennen.

Die vorab bemühten Witze des Kölners, der gerade nach Kassel gezogen ist und sich über die dortige Langeweile beklagte („Wenn man nur noch drei Wochen zu leben hat, sollte man nach Kassel ziehen. Dort kommen sie einem vor wie ein halbes Jahr“), kamen beim Publikum nicht so recht an. Erst als er aus Skandal-Rapper Bushidos imaginärem Tagebuch vorlas, gewann sein Auftritt an Kontur.

Im Herbst wird es ein neues Comedy-Event in Hoya geben. „Wir kommen wieder“, kündigte Moderator Kotoucek bereits ams Freitag an.

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