Einstimmiges Votum im Stadtentwicklungsausschuss

Wohnungsbau: Zwei Nienburger Großprojekte nehmen politische Hürden

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Das Uhrturmgebäude soll nur geringfügig modifiziert werden.

Nienburg - Von Leif Rullhusen. Nienburg braucht dringend Wohnraum. Zwei geplante Wohnungsbauprojekte in der Kreisstadt könnten den aufgeheizten Immobilienmarkt abkühlen. Beide nahmen am Donnerstagabend eine politische Hürde auf dem Weg zur Realisierung.

Das Projekt einer Investorengruppe, die in der Alpheide zwischen 60 und 80 neue Wohnungen plant, steht allerdings erst ganz am Anfang. Der Weg bis zur Umsetzung wird noch lang und steinig. Zwar stimmten die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses einstimmig dafür, die Planungen anzuschieben. Allerdings war die Liste mit Anregungen und Kritik an den bisherigen Ideen der Investoren lang.

Das Votum sei keine Zustimmung für das gesamte Projekt, erklärte Christdemokrat Viktor Jahn. „Das ist kein Freifahrtschein.“ SPD-Fraktionschefin Anja Altmann kritisierte vor allem die Ausrichtung der Investoren auf Polizeistudenten als Mieter-Zielgruppe. „Wir brauchen Wohnraum für Familien – auch für Familien mit mehreren Kindern“, betonte sie. Deshalb sollten dort auch größere Wohnungen entstehen.

Heiner Werner (FDP) machte sich vor allem Gedanken um die Akzeptanz in der Nachbarschaft. Dort präge eine eingeschossige Bauweise das Stadtbild. Das müsse man bei der Bauhöhe berücksichtigen. Die von den Investoren anvisierte Zweigeschossigkeit plus Staffelgeschoss hält der Liberale für zu hoch.

Parteiübergreifend waren sich die Politiker einig, dass eine Innenstadtverdichtung in dem geplanten Gebiet zwischen den Straßen „An der Alpheide“ und „An der Stadtgrenze“ sinnvoll sei. Es bestehe hinsichtlich der Pläne noch viel Entwicklungsbedarf. Nachdem der Ausschuss dem Antrag auf Änderung des entsprechenden Bebauungsplanes vom Gewerbe- zum Wohngebiet gestimmt hat, müssen die Investoren der Stadtverwaltung nun einen konkreten Vorentwurf präsentieren. Erst danach startet der Marathon durch die Instanzen. 

In diesem Fall ist ordentlich Widerstand von den Anwohnern zu erwarten. Gleich mehrere erkundigten sich bereits am Donnerstagabend im Rahmen der Ausschusssitzung, wo und bei wem sie Einspruch gegen das Wohnungsbauprojekt einlegen könnten.

Einen weiteren Schritt im langwierigen Bebauungsplanverfahren machte das Sanierungs- und Neubauvorhaben „Uhrturmgebäude“. Die Politik stimmte dem entsprechenden Aufstellungsbeschluss einstimmig zu. Nötig ist das Verfahren, um Beschränkungen für die Wohnraumnutzung aufzuweichen. Die war ursprünglich erst oberhalb des ersten Geschosses erlaubt. Das war dem Investor, der Meerbachbogen-Projektgesellschaft aus Bremen, zu wenig. Die plant neben der Sanierung des historischen Uhrturmgebäudes noch die Erweiterung um zwei Seitenflügel. Gewohnt werden darf darin nun auch im ersten Stock und unter bestimmten Voraussetzung sogar im Erdgeschoss.

Die Neubauten greifen die Gliederung des Uhrturmgebäudes wieder auf. Dessen dominante Prägung bleibt erhalten.

Alina Dubbert vom Planungsbüro Reinold aus Rinteln stellte dem Gremium die aktuellen Pläne vor. Das Uhrturmgebäude bleibe erhalten. Es werde nur geringfügig modifiziert, versicherte Dubbert. Die Neubauten würden die Gliederung des Uhrturmgebäudes wieder aufgreifen. Dessen dominante Prägung bleibe erhalten.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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