Was wird aus Nienburgs Wirtschaftsförderung?

Eine Position – drei unterschiedliche Varianten

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Mittelzentrum Nienburg: Zahlreiche Wirtschaftsansiedlungen begleitete Walter Meinders in den vergangenen Jahren. Was aus seiner Stabsstelle wird, ist ungewiss.

NIENBURG - von Leif Rullhusen. Nienburgs Wirtschaftsförderer Walter Meinders geht im Sommer in den Ruhestand. Wie seine Position zukünftig besetzt wird, ist offen. Denkbar ist sogar, dass sie wegfällt.

Drei verschiedene Varianten, vorgeschlagen von der Stadtverwaltung, sollen am Mittwochabend im Ausschuss für Wirtschaft und Marketing diskutiert werden (um 17 Uhr im Witebsk-Zimmer des historischen Rathauses).

Die erste sieht vor, die Stelle aufzulösen und die Aufgabenfelder einzelnen Sachgebiete zuzuordnen. Zudem könnte die Wirtschaftsförderung des Landkreises Aufgaben übernehmen. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die finanziell gebeutelte Stadt spart Personalkosten. Einen zentralen Ansprechpartner für Unternehmen gebe es dann allerdings nicht mehr.

Die zweite Möglichkeit wäre, die Wirtschaftsförderung in der bestehenden Form zu behalten, und einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin über eine öffentliche Ausschreibung zu suchen. Damit wäre entsprechende fachliche Kompetenz sichergestellt. Allerdings ist sie entsprechend teuer.

Eine Mischung oder ein Kompromiss stellt die dritte Alternative da. Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung bleibt erhalten, sie wird aber mit „Bordmitteln“, also mit bereits bestehendem Personal besetzt. Damit hätten die Unternehmen weiterhin einen zentralen Ansprechpartner bei der Stadt Nienburg und die würde zugleich Kosten sparen. „Wir haben die entsprechende fachliche Kompetenz im Haus und würden gleichzeitig sensibel mit unseren Personalressourcen umgehen“, erklärt Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes, der diese Variante favorisiert.

Der aktuelle Amtsinhaber hält sich mit einer Bewertung der drei Varianten zurück. „Ich halte die Wirtschaftsförderung für eine Stadt in der Größe wie Nienburg für ganz wichtig“, betont Meinders allerdings. Sie sei die Nahtstelle zwischen Verwaltung und Wirtschaft – vom Handwerksbetrieb bis hin zum „Global Player“. Die Stelle brauche nicht zwangsläufig extern ausgeschrieben werden, erklärt SPD-Fraktionschefin Anja Altmann. „Es muss aber jemanden geben, der die Fäden in der Hand hält“, betont sie. Das sollte eine Person sein, die in Nienburg vernetzt ist. „Wir brauchen eine langfristige Lösung.“ Nach Ansicht von Hans-Peter Rübenack, Fraktionsvorsitzender der CDU, ist eine externe Ausschreibung erforderlich. Das ist allerdings keine einheitliche Meinung in der CDU/FDP-Gruppe: So könnte sich CDU-Fraktionsfize Georg Hennig angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt auch eine Besetzung mit bestehenden Kräften vorstellen, wie Onkes sie vorschlägt. Die Grünen unterstützen diese Idee ebenfalls, möchten sie aber zeitlich begrenzen. „Wir sollten nach drei Jahren Bilanz ziehen und dann entscheiden, ob eine öffentliche Ausschreibung erforderlich ist“, erklärt Grünen-Fraktions-chef Peter Schmithüsen. „Die Funktion eines Wirtschaftsförderers ist toll, aber man muss sie sich leisten können“, sagt Schmithüsen.

Trotz aller stattfindenden politischen Diskussionen, das letzte Wort in Sachen Personalfragen hat Bürgermeister Henning Onkes.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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