IG „Gegenwind“ will Hilgermissen zur Referenzgemeinde machen

Windräder für jedermann

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Michael Linke (stehend) und Manfred Bielefeld (Zweiter von links) wollen eine Energiewende. ·

Wechold - Von Heiner Büntemeyer - Unter dem Motto „Energiewende von unten“ versucht eine Interessensgruppe aus der Gemeinde Hilgermissen, den Bau von Kleinwindenergieanlagen (KWEA) voranzutreiben.

Die Initiatoren des Planungsforums „Gegenwind“, Sylke und Michael Linke sowie Manfred Bielefeld, hatten für Sonntag zu einem Informationsgespräch eingeladen, an dem sich etwa 30 Interessenten beteiligten.

Michael Linke erinnerte im Wecholder Heimathaus daran, dass sich einst in der unmittelbaren Umgebung zehn Windmühlen drehten, die durchaus als KWEA zu bezeichnen waren. Daher sei es schwer nachvollziehbar, dass der Bau von KWEA mit bis zu 25 Kilowatt (kW) Leistung im Landkreis Nienburg auf so große baugenehmigungstechnische Schwierigkeiten stoße. „Was in anderen Bundesländern nur meldepflichtig ist, bedarf in Niedersachsen umfangreicher Gutachten und wird nur mit Auflagen genehmigt“, kritisierte Linke.

Manfred Bielefeld, der gemeinsam mit zwei Partnern seit 17 Jahren das 25-kW-Windrad in Mehringen betreibt, rechnete vor, dass es in dieser Zeit umgerechnet 500 000 Liter Importöl eingespart hat. Dabei hat sich die Technik seit Mitte der 90er-Jahre erheblich verbessert. Aktuelle Kleinanlagen mit vertikaler Achse böten gegenüber den in Windparks installierten Großanlagen erhebliche Vorteile. Sie verfügen über weniger bewegliche Teile, müssen nicht in den Wind gedreht werden, laufen geräuscharm und werfen keinen Schatten. Sie verarbeiten auch verwirbelte Winde und können auf dem eigenen Grundstück errichtet werden, weil nur eine geringe Bauhöhe erforderlich ist.

Wie diese Technik voranschreitet, beweise „Husum-Wind“, die weltweit größte Messe für Windenergieanlagen, die im Frühjahr 2013 eine spezielle Veranstaltung zum Thema KWEA bietet.

Die Gruppe „Gegenwind“ sucht jetzt Interessenten, die sich vorstellen können, eigene KWEA zu errichten. Die entsprechenden Anträge würden gebündelt als Bauvoranfragen an die Gemeinde und den Kreis geschickt. „Wir sind an einer schnellen Klärung der Fragen interessiert, damit uns niemand zuvorkommt“, sagte Linke. Bei genügend Interessenten könnte die Gemeinde Hilgermissen Referenzort für eine regional autarke Energieversorgung werden – und damit ein Alleinstellungsmerkmal erlangen.

Bei einem Gespräch mit Detlef Meyer hatten „Gegenwind“-Mitglieder den Eindruck gewonnen, dass der Samtgemeindebürgermeister diesen Plänen gegenüber aufgeschlossen ist. Ratsherr Tim Stegemann, der beim Treffen anwesend war, will die Pläne unterstützen: „Ich bin froh, dass wir Pioniere haben, die zu einem ökologischen Wohlbefinden in unserer Gemeinde beitragen.“ Tim Stegemann hofft, dass sich die Planungsgruppe in absehbarer Zeit in „Rückenwind“ umbenennen kann.

Als nächsten Schritt will sie einen „runden Tisch“ mit Vertretern der Samtgemeinde, des Kreisbauamts und des Unternehmerstammtischs initiieren.

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