Petra Feind-Zehr referiert vor 160 Landfrauen über ein brennendes Thema

Der wichtigste Tipp gegen Burnout: zu sich selbst finden

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Landfrauen Hoya, Vortrag am 28.7.2012 in Bücken bei Thöle,  Petra Feind-Zehr referiert über Burnout

Bücken - Von Jana Wohlers„Burnout-Syndrom“ – davon hat wohl jeder schon gehört. Doch was steckt hinter diesem „seelischen Ausbrennen“? Wie kommt es zu einem „Burnout“, und wie sieht der Ausweg für Betroffene aus? Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen gab am Sonnabend Dr. med. Petra Feind-Zehr im Rahmen des  alljährlichen Landfrauen Frühstücks in Bücken.

Bei gemütlicher Atmosphäre in „Thöles Gasthaus“ lieferte die Referentin aus Rotenburg/Wümme viel Diskussionsstoff zu diesem mittlerweile großen gesellschaftlichen Problem. „Das Thema Burnout rückt immer näher. Viele haben aber keine genaue Vorstellung davon“, sagte Ute Hanisch, Vorsitzende des Landfrauenvereins Hoya. Der Vortrag sei eine gute Möglichkeit, die Frauen zu informieren und weiterzubilden.

Die große Resonanz zeugte von der Aktualität des Themas: Rund 160 Landfrauen aus ganz Niedersachsen waren zum Frühstück gekommen.

Mit gekonnt humorvoller, appellierender Art startete Dr. med. Petra Feind-Zehr in den Vortrag. „Es ist schön, dass ich nicht lauter Menschen über 70 Jahren vor mir sitzen sehe“, sagte sie. „Viele glauben, Burnout sei eine Krankheit der Älteren.“ Diese Auffassung sei völlig verkehrt, auch junge Menschen könnten „ausbrennen“.

„Das erste Problem, das die Burnout-Krankheit hat, ist, dass sie gar keine Krankheit ist“, sagte Petra Feind-Zehr und erklärte: Das Burnout-Syndrom ist keine definierte Krankheit mit einer passenden Behandlung. Psychologen, Ärzte und Krankenkassen streiten noch um die richtige Auslegung des Syndroms. Petra Feind-Zehr klärte ihre Zuhörerinnen auf: „Psychologen nennen es eine innere seelische Erschöpfung. Für Krankenkassen ist das Burnout eine Anpassungsstörung.“ Die moderne Gesellschaft steht dabei im Brennpunkt. Sie ist auf Schnelllebigkeit und Perfektionismus getrimmt. „Wir versuchen immer, es allen recht zu machen. Dem Arbeitgeber, der Familie, dem Mann, den Freundinnen … – setzen sie die Schlange ruhig fort!“ Damit sprach Petra Feind-Zehr nicht wenigen aus der Seele. Man renne heutzutage der Zeit hinterher, hole sie aber nie ein. „Im Vergleich zu 1960 müssen Menschen heute 230 Prozent mehr Leistung bringen. Das ist mehr als die doppelte Arbeit in der gleichen Zeit.“ Das Problem dabei sei, dass die Anerkennung der Arbeit sinke.

Für die Entstehung eines Burnouts sind laut Feind-Zehr jedoch noch mehr Umstände relevant: „Schlechte Arbeitsbedingungen, eine schädigende eigene Überzeugung, kraftzehrende Problemlösungen und fehlende Erholungsmöglichkeiten.“ Vor allem die eigene Überzeugung trägt zum Fortschreiten eines Burn outs bei. Durch gewollte Perfektion und die Bilder der traditionellen Ständegemeinschaft rücken Probleme in den Mittelpunkt, die ohne sie nicht existieren würden. „Der perfekte Mensch will Kontrolle über alles. Er muss stark sein, beliebt sein, perfekt sein. Man darf sein Gesicht nicht verlieren und keine Schwächen zeigen“, erklärte die Referentin und brachte ihre Zuschauer zum Nachdenken.

Die Kunst, einen Ausweg aus diesem Teufelskreis zu finden, liege bei den Menschen selbst. Um einen Burn out zu vermeiden gab die Referentin drei Tipps mit auf den Weg:

1. Verbrauchen Sie Energie, und treiben Sie Sport!

2. Entspannen sie sich!Reduzieren Sie ihren  Gedanken-Fluss!

3. Erholen Sie sich! Finden Sie etwas, das Ihnen Spaß und Freude bereitet.

Die Frauen sollen sich selbst zudem die W-Fragen stellen. „Fragen Sie sich selbst. Was ist mir wichtig? Welche Ziele habe ich?“

Der wichtigste Tipp kann jedoch nur im eigenen Kopf umgesetzt werden. „Egal wie Sie sind, Sie sind sowieso immer falsch. Finden Sie zu sich selbst, und haben Sie Mut zur Lücke!“

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