8000 Spieler aus aller Welt / Bis Sonnabend noch Fantastica-Markt

Lautenklänge und Schlachtenlärm

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Die richtige Gewandung muss nicht teuer sein – oft reichen einige Lumpen und eine Menge Fantasie auch aus.

Brokeloh - Von Beate Ney-Janßen. Das weltweit größte Fantasy-Live-Rollenspiel ist der “Conquest of Mythodea”. In diesen Tagen wird es im kleinen Dorf Brokeloh ausgetragen.

Ein Lautenspieler geht mit leisem Spiel vorüber, Rauchschwaden von vielen Lagerfeuern ziehen über den Platz und die Händler haben sich angesichts der Mittagshitze auf Hocker und Felle gesetzt, statt ihre Waren lauthals anzupreisen. Aus der Ferne tönt Schlachtengetümmel. Das sind allerdings nur kleine Scharmützel derjenigen, die es kaum erwarten können, sich im Kampf zu messen. Die großen Schlachten, in denen ganze Heere aufeinander treffen, sparen sich alle lieber für frühere Morgen- oder spätere Abendstunden auf. Wenn es halbwegs erträglich ist, in metallenen Rüstungen zu stecken, dicke Felle um den Leib zu tragen und sich flink auf offenem Feld hin- und her zu bewegen.

Stattdessen wird das Spiel, wird der Plot vorangetrieben. Am Rande eines Schlachtfelds verhandelt der „Herold des Zorns“ in seiner imposanten, mit einem Kragen aus Schwertern geschmückten Rüstung. Im Lager nebenan schart eine Seelenfängerin eine andächtig lauschende kleine Gemeinde um sich. Die Seherin, die ihr zur Seite steht, sorgt dafür, dass ihr neue Jünger zugeführt werden. Kurz sind die Schwerter, heftig aber die Attacke, mit der zwei Kinder auf ihre Mutter losgehen. Alle drei schütten sich währenddessen vor Lachen aus während ihr „Gefecht“ mitten auf dem Marktplatz hin und her und im Kreis wogt. Irgendwo im Schatten hat eine Frau einen Bollerwagen mit zwei Kleinkindern abgestellt, wenig daneben müht sich ein älterer Herr damit, in seine Rüstung zu steigen.

Der Herold des Zorns ist eine der zentralen Figuren im Spielgeschehen auf Mythodea.

Ein Spiel, eine Welt für alle Altersgruppen ist das Live-Rollenspiel auf dem Brokeloher Rittergut. Und eines, bei der der Fantasie kaum Grenzen gesetzt werden. Jeder darf sich die Rolle auswählen, die ihm gefällt. Das ist dann bei manchen eben der Ritter in einer Rüstung, für die tief ins Portemonnaie gegriffen werden muss. Andere schaffen sich die passende Kleidung für ihren Charakter lediglich aus einigen Lumpen. Das eine wie das andere Ergebnis kann hervorragend sein und letztlich geht es ohnehin darum, wie sehr jeder einzelne sich mit seiner Rolle identifiziert.

„ConQuest of Mythodea“

Auf diese Art und Weise wird der „Conquest of Mythodea“ nun bereits zum zwölften Mal ausgetragen. Mittlerweile sind es rund 8000 Spieler, die nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus vielen anderen Ländern in dem Dörfchen Brokeloh landen, um nach Mythodea zu kommen.

Nicht nur für Große: die beiden Kinder liefern sich einen „heftigen“ Kampf mit ihrer Mutter – und schütten sich dabei vor Lachen förmlich aus.

Das hat seit einigen Jahren allerdings auch dazu geführt, dass immer mehr Schaulustige ebenfalls einen Blick auf diese Welt werfen wollen. Die Lösung für das Regensburger Team, das den Conquest vorbereitet und durchführt, ist ein Kompromiss: neben dem Bereich, der nur den Spielern vorbehalten ist, hat sich ein mittelalterlicher Markt entwickelt, der ebenfalls mit etlichen Attraktionen aufwartet. Dorthin dürfen alle gehen, die einen geringen Eintritt zahlen. Wer sich nah an die Spieler begeben möchte, durch die Lager streifen und einen Blick auf die Schlachten erhaschen, muss jedoch einiges mehr tun: mit stilechter Gewandung, einem tieferen Griff ins Portemonnaie und einer Einweisung in das Verhalten auf Mythodea, bekommt eine begrenzte Anzahl von Menschen täglich die Erlaubnis, sich auch dort einige Stunde zu tummeln.

Am Sonnabend, 8. August, ist die letzte Chance für dieses Jahr. Der „Fantastica-Markt hat von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Die Voraussetzungen, die für einen Besuch auf Mythodea zu erfüllen sind, hat das Team des Conquest auf der Website www.fantastica-festival.de hinterlegt.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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