Gleich nach Ostern rücken etliche heimische Unternehmen beim Tierheim an

Welle der Hilfsbereitschaft für Tiere in Drakenburg

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Carlheinz Romann (l.) erläutert Prokurist Josh Teuber (r.) und Mitarbeiter Jürgen Voigt von Taurus target den Sanierungsbedarf im Tierheim Drakenburg. ·

Nienburg - Von Sven DeckertDRAKENBURG · Über den Artikel in der Kreiszeitung haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims Drakenburg sehr gefreut: Gute Presse ist wichtig, gerade für ehrenamtliche Organisationen, die sonst weniger im Licht der Öffentlichkeit stehen. Was der Beitrag allerdings auslösen würde, damit hatten Carlheinz Romann und seine Mitstreiter nicht gerechnet: Gleich am ersten Arbeitstag nach Ostern war der Parkplatz des Tierheims voll. Etliche Firmen aus der Region waren angerückt, um den heimatlosen Tieren in Drakenburg zu helfen.

Bei der Heckmann Unternehmenskommunikation war man durch den Zeitungsartikel auf die Situation des Tierheims aufmerksam geworden und hatte den Personaldienstleister Taurus target angerufen. Die griffen ihrerseits zum Hörer und begeisterten befreundete Unternehmen zum Mitmachen: „Was am Ende dabei herauskam, erinnert ein bisschen an ,Emil und die Detektive‘ von Erich Kästner“, freut sich Jens Heckmann: Die Nienburger Personaldienstleister setzen vier Tage lang zwei Malergesellen im Tierheim ein, die Firmen Hülsmann und Siko stellen hochwertige Farben für die notwendigen Sanierungsmaßnahmen, von der Drogerie dm kommt Futter im Wert von 250 Euro.

Direkt durch den Artikel animiert sind die Firmen Schalwig und von der Behrens mit im Boot: Letztere spendierte einen Boiler, Schalwig unterstützt das Tierheim seit Jahren und kümmert sich im aktuellen Fall um die Installationen. Eine Organisation, die nicht genannt werden will, hat weitere umfangreiche Hilfe zugesagt.

Für Carlheinz Romann, der während der Erkrankung seiner Mutter im Tierheim aushilfsweise eingesprungen ist, eine „unglaubliche Resonanz“ – gerade weil es sich um Sachspenden handelt. Profis sind dabei, die die Spenden gleich fachgerecht verarbeiten: „Wir haben hier alte Gebäude, an denen immer wieder etwas gemacht werden muss. Wir haben aber normalerweise niemanden, der das fachgerecht ausführen kann.“

Abgesehen davon, dass es jetzt wieder heißes Wasser gibt und bald keinen Schimmel mehr, wird auch die Quarantäne-Station auf Vordermann gebracht und das sogenannte Arztzimmer (dort arbeitet der Veterinär, wenn er im Tierheim ist) modernisiert, wenn sich die Helfer von den tierischen Bewohnern lösen können. Denn insbesondere die putzigen Kätzchen haben es den fleißigen Besuchern angetan: Wenn niemand so genau hinsieht, können es sich die Männer, die es offensichtlich gewohnt sind, kräftig zuzupacken, nicht verkneifen, ganz verzückt und ungeahnt behutsam immer wieder das eine oder andere der zutraulichen Tiere zu streicheln.

Manche Leute denken, dass es den Tieren im Heim nicht gefällt. Doch die meisten scheinen sich in Drakenburg recht wohl zu fühlen – einige so wohl, dass sie gar nicht mehr weg wollen: „Den Rowdy können wir nicht vermitteln“, sagt Carlheinz Romann: „Wenn der Dackel woanders ist, schlägt er Rabatz, bis er zurück kann. Das hier ist sein Zuhause.“ Ähnlich verhält es sich mit, wie Romann sagt, „unserer Büro-Omi“, einer offenbar schon recht betagten Katzendame, die eben das Büro des Tierheims hütet und partout nicht anderswo wohnen will: „Wir haben das versucht, aber sie frisst nichts mehr, bis sie wieder hier ist.“

In aller Regel aber stehen die Chancen, ein verlässliches und möglichst harmonisches Zuhause für die Hunde und Katzen zu finden, sehr gut, berichtet der Interims-Leiter. Stichwort Zuhause: Ein Zuhause ist das Tierheim auch für eine Horde Schwalben: Die haben sich ausgerechnet das Katzenhaus ausgeguckt und ziehen dort jedes Jahr ihre Jungen auf. „Im Frühsommer haben wir hier drin 20 Schwalben sitzen!“ Zu nah dürfen die Vögel den Samtpfoten sicher nicht kommen, aber bisher ist noch keiner der Mückenfänger den Stubentigern zum Opfer gefallen.

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