Grundwasser mit Nitraten belastet

VSR-Gewässerschutz mit aktuellen Ergebnissen aus dem Südkreis

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Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz analysiert im Labormobil Wasserproben.

Warmsen - Das Ergebnis ist so erschreckend, wie wenig überraschend: Das Grundwasser im Raum Warmsen und Petershagen ist mit Nitraten belastet.

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltungen am 5. Juli in Petershagen beim Labormobil abgegeben wurden. In jeder fünften untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter (mg/l). Insgesamt wurden bei der Untersuchung das Wasser aus 89 privat genutzter Brunnen analysiert.

Im Warmsener Ortsteil Haselhorn wurde der Grenzwert mit 105 mg/l um mehr als das Doppelte überschritten. Noch dramatischer war das Ergebnis einer Wasserprobe aus einem privat genutzten Brunnen zwischen Loccum und Petershagen in Neuenknick. Er lag mit 152 mg/l sogar um das Dreifache über dem Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung. In zahlreichen weiteren Wasserproben im Bereich Petershagen fanden die Mitglieder vom VSR-Gewässer ebenfalls stark mit Nitraten verschmutze Brunnen.

Massenvermehrung von Algen möglich

„Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet“, warnen die Umweltschützer. Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werde. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. 

Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser muss man bei der Düngung bedenken, dass es durch das Gießwasser zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr kommt. Nur wenn man diese in seine Berechnung mit wie viel Stickstoff die angebauten Pflanzen gedüngt werden müssen einbezieht, kann eine unnötige Nitratanreicherung verhindert werden.

Bürger können Wasserproben zuschicken

Der VSR-Gewässerschutz kritisiert in diesem Zusammenhang, dass bei den großen gewerblichen Biogasanlagen im Gegensatz zu den Massentierhaltungen ab 2018 die den Betrieb verlassenden Stickstoffmengen immer noch nicht transparent und kontrollierbar sind. Die nun als Ergänzung zur Düngeverordnung beschlossene Stoffstrombilanz muss nur von landwirtschaftlichen Betrieben zur Überprüfung vorgelegt werden. Damit können die gewerblichen Biogasanlagen weiterhin ganz legal zu einer erheblichen Belastung des Grundwassers beitragen.

Bürger, die wissen möchten, ob sie auch von der hohen Nitratbelastung betroffen sind, können dem Verein auch eine Wasserprobe mit der Post zusenden. Informationen dazu erhält man auf der Homepage www.vsr-gewässerschutz.de oder per E-Mail brunnen@vsr-gewaesserschutz.de.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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