Ehepaar Anne und Davy tauschten Wohnung gegen mobiles Heim  /  „Noch nichts vermisst“

„Überall sein und dort bleiben“

Großesem Wohnmobil. Kleines Foto: „Man hat hier alles, was man braucht, nur in klein“, sind sie sich einig. Fotos: Bertram

Hoya - HOYA (lil) · Während andere ein paar Urlaubswochen im Jahr mit einem Wohnmobil durch die Weltgeschichte reisen, haben sich Anne und Reinhard, genannt Davy, ihren Traum erfüllt: Sie haben im Frühjahr ihre Wohnung in Hoya gegen ein mobiles Heim eingetauscht.

„Wir haben noch nichts vermisst“, ist sich das Ehepaar, das nun auf dem Stellplatz der Grafenstadt lebt, einig. „Das Minimalste unserer Sachen haben wir bei Freunden untergestellt. Wir haben sehr viel entsorgt, den Rest Bekannten geschenkt, gespendet oder in den Second-Hand-Laden gegeben.“

Eine 80 Quadratmeter große Wohnung mit kleinem Garten gegen ein 7,5 Meter langes, 2,20 Meter breites und drei Meter hohes Wohnmobil einzutauschen, ist auf Anhieb nicht jedermanns Sache. „Die Reaktionen von Freunden waren schon drollig“, erzählt Anne. Viele haben den Entschluss als mutig angesehen, andere fanden die Idee gut, wollten die Sache aber im Auge behalten. Die meisten bräuchten einen Anlaufpunkt, ein „Zuhause“, wo sie nach einer Reise wieder ankommen können. „Unser Anlaufpunkt ist das Ding hier“, sagt die 55-Jährige.

Rund sieben Jahre lange hatte das Ehepaar schon einmal ein Wohnmobil besessen. „Das war aber mehr provisorisch und selbst ausgebaut“, erinnert sich der 58-jährige Davy, „damit haben wir Deutschland abgegrast.“ Aber auch ihre Musikanlage hatten die beiden, die seit 1980 zusammen musizieren, viel damit zu Auftritten transportiert. „Irgendwann machen wir das wieder“, war der Wunsch beider – und so hatte die Idee, in einem mobilen Heim zu leben, langsam Formen angenommen. Silvester hatte ihr Entschluss festgestanden. „In einem Wohnmobil kann man ja schließlich auch wohnen“, so Anne. Da Davy in Hoya arbeitet, sind die beiden wochentags nach seinem Feierabend im näheren Umkreis unterwegs: „Wir haben unseren Proberaum in Engeln, wenn wir Musik machen, übernachten wir auch da.“ Und Anne fügt hinzu: „Das Praktische ist, dass man überall sein kann und dort auch bleiben kann.“ Veranstaltungen wie der Erdbeermarkt oder „Im Zuge der Kunst“ in Asendorf, wo die Musiker auftreten, lassen sie herumkommen. Morgen haben sie einen Gig im Biergarten des Filmhofs in Hoya – da ist ihr „Heimweg“ nicht so lang.

Wenn die beiden, die sich 1974 in Verden kennengelernt haben, mehr Zeit haben, besuchen sie etwa Freunde in Hamburg oder ihren Sohn in Berlin.

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