Brunnenwasser: Zu hohe Nitratwerte

Der BUND hat Wasserproben aus dem Raum Uchte analysiert

Sehr viele Wasserproben wurden abgegeben.

Uchte - Der BUND hat Brunnenwasser aus dem Raum Uchte analysiert und vielfach zu hohe Nitratwerte gefunden.Das Ergebnis ist eigentlich nicht überraschend. Trotzdem erschreckt es.

Regelmäßig bietet die Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) die Untersuchung privater Brunnen an. Die letzte Probenannahme fand Ende April in Uchte statt. Die Nachfrage war mit insgesamt 73 abgegebenen Proben so überwältigend, dass von den ehrenamtlich Aktiven des BUND-Wasserlabors, Wilfried Dohrmann, Lothar Gerner, Kurt Körber und Dr. Anja Thijsen, spontan ein zweiter Messtag angesetzt werden musste.

„Erschreckende 64 Prozent der getesteten Brunnen zeigten eine zu hohe Nitratbelastung. Seltener, aber trotzdem viel zu häufig, traten mit 2 beziehungsweise 6 Prozent aller Brunnenwasserproben stark erhöhte Nitrit- und Ammoniumwerte auf“, berichten die Umweltschützer. „Diese Stoffe sind gesundheitsschädlich, besonders für Säuglinge. Ein derart belastetes Wasser darf nicht als Trinkwasser verwendet werden.“

Hohe Nitratwerte sind besorgniserregend

Nur 8 Prozent der untersuchten Brunnenwasserproben hätten bei allen getesteten Parametern im Bereich der Trinkwasserverordnung gelegen. Die meisten Brunnen könnten zur Nutzwasserversorgung verwendet werden.

Als besonders besorgniserregend bezeichnet die BUND-Kreisgruppe die hohen Nitratwerte, die in ländlich geprägten Regionen des Landkreises regelmäßig auftreten würden. „Insgesamt lag jede dritte der in den letzten Jahren untersuchten Brunnenwasserproben über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/L). In der Spitze wurden sogar Werte von über 400 mg/L, dem achtfachen des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung gemessen“.

BUND fordert Änderung der Düngepraxis

Die Vermeidung von Nitrateinträgen ist zwingend erforderlich, da derzeit keine praktikable Technologie zur Nitratentfernung für die Trinkwassergewinnung verfügbar ist.

„Da offenbar die hohe Nitratbelastung hauptsächlich auf die Düngung in der Landwirtschaft zurückgeht, ist es zwingend erforderlich, durch Änderung der Düngepraxis den Eintrag von Stickstoff in das Grundwasser zu vermindern. Sonst werden die hohen Nitratwerte im oberflächennahen Grundwasser bald auch die tieferen Trinkwasserspeicher belasten“, fordert Lothar Gerner vom BUND.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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