Agentur für Arbeit: Weniger Arbeitslose, mehr Ausbildungsplätze

Top-Ergebnis für Nienburg

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Die Grafik zeigt, dass die Zahlen der Arbeitslosen und Suchenden in den vergangenen drei Jahren stetig geringer wurden.

Landkreis - Es sei das beste Ergebnis der vergangenen 20 Jahre, da waren sich Harald Büge, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Nienburg, und sein Pressesprecher Frank Halbsguth einig. Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Nienburger Agentur ging weiter zurück, und auch bei den fehlenden Ausbildungsstellen sei eine Verbesserung zu verzeichnen.

„Der regionale Arbeitsmarkt hat sich im vergangenen Jahr weiter positiv entwickelt. Es waren weniger Menschen arbeitslos gemeldet, gleichzeitig haben Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kräftig zugenommen und die Personalnachfrage der hiesigen Unternehmen bewegte sich das ganze Jahr auf einem hohen Niveau“, sagte Büge mit Blick auf die Arbeitsmarktdaten des vergangenen Jahres.

Besonders gut lief das Geschäftsjahr 2011 für den Südkreis um die Geschäftsstelle Stolzenau. Begründet liegt diese Entwicklung zum einen in Neuansiedlungen, zum anderen an einer Verbesserung im benachbarten Nordrhein-Westfalen. Viele Einwohner des südlichen Landkreises Nienburg pendeln dorthin.

Insgesamt ist der Landkreis Nienburg eine Pendlerregion. Etwa 42 Prozent der Arbeitnehmer fahren für ihren Beruf in den Bereich einer anderen Agentur, nur 25 Prozent pendeln hingegen von außerhalb in die heimische Region.

Ausnahmen der gesunkenen Arbeitslosigkeit bilden nur der saisonbedingte Anstieg zum Jahreswechsel sowie zum Schuljahresende. Es sei vor allem gelungen, tatsächlich Arbeitsuchende in Lohn und Brot zu bringen, betont Büge. Diese Betroffenen seien nicht einfach in Maßnahmen „versteckt“ oder in andere Statistiken übergesiedelt: „Das zeigt, dass die Arbeitssituation besser geworden ist.“

Zurückzuführen ist diese Entwicklung insbesondere auf eine gesunde Dynamik am Markt. Zu- und Abgangsrate liegen jeweils über den Landeswerten, nahmen jedoch im Vergleich zum Vorjahr ab. Das Resultat ist ein leichter Überschuss an neu oder wieder besetzten Stellen. Klaudia Silbermann, Geschäftsführerin des Jobcenters: „Wir haben unsere Arbeitslosenzahl um 2,3 Prozent gesenkt.“

Erfreuliche Entwicklung bei den Berufsstartern

Auf einen erfreulichen Trend bei den Berufsstartern weist der Geschäftsführer ebenso hin: Die angebotenen Ausbildungsplätze seien angestiegen, während die Zahl der Bewerber rückgängig war. Ein Fakt, der dem demografischen Wandel geschuldet sei. Trotzdem gebe es noch immer weniger Plätze als Ausbildungswillige. Dennoch gibt es nicht nur Grund zum Jubeln: „Die positive Entwicklung der Zahl der Arbeitslosen gegenüber 2010 hat sich nicht auf alle Personengruppen ausgewirkt“, beschreibt Halbsguth die Situation. Die Gruppe der unter 25-Jährigen konnte den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen (-13,6 Prozent), der übrigens etwas stärker ausgeprägt ist als in Niedersachsen (-11,8 Prozent). Neben denjenigen ab 50 Jahren (+3,6 Prozent) konnten am wenigsten die Schwerbehinderten (+5,8 Prozent) von dieser Entwicklung profitieren. Ebenso weniger profitiert haben Frauen, darunter vor allem Alleinerziehende. Und eben darauf wolle sich die Agentur in Zukunft besonders konzentrieren, betont Büge. „Da stecken Schätze drin, die wir heben müssen“, umschreibt er den Status quo. Unter anderem solle daher die Qualifizierung von Arbeitnehmern in den Betrieben vorangetrieben werden. Gerade die Zahl unqualifizierter Kräfte sei vergleichsweise hoch. Weniger Fördermittel stehen im Gegenzug zur Verselbstständigung Arbeitsloser zur Verfügung.

Wie geht es weiter? „Die Agentur für Arbeit Nienburg rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit voraussichtlich auch in 2012 weiter sinken wird, allerdings weniger stark wie im Vorjahr. Der mittel- und langfristige Fachkräftebedarf wird zudem weiter steigen und die Beschäftigung weiter zunehmen“, fasst Halbsguth zusammen. Diesen Herausforderungen müsse sich die Arbeitsagentur neben der internen Umstrukturierung – die Fusion mit der Agentur für Arbeit Verden ist in der Vorbereitung und soll im Herbst beendet sein – stellen. Durch die neuen Prozesse und Spezialisierungen wollen die Arbeitsagenturen auch Personal einsparen. Vor allem als viele Arbeitsplätze fehlten, habe sie dafür zusätzliche Kräfte eingestellt, viele davon befristet. Viele Verträge laufen nun aus. · nis

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