Für dringende Anschaffungen und Reparaturen fehlt das notwendige Geld

Im Tierheim in Drakenburg gehen langsam Lichter aus

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Kerstin Bock, die stellvertretende Tierheim-Leiterin, am nicht mehr zu reparierenden Warmwasser-Boiler. ·

Nienburg - Von Kurt HenschelDRAKENBURG · Büro-Katze „Oma“ turnt über Stühle und Tische, holt sich schnurrend Streicheleinheiten ab. Sie ahnt nicht, wie dunkel und bedrohlich die Wolken über dem Tierheim in Drakenburg aufgezogen sind. In der Einrichtung gehen nämlich langsam die Lichter aus. Für dringende Anschaffungen und Reparaturen fehlt das notwendige Geld.

Carlheinz Romann, der seine erkrankte Mutter Silvana derzeit als Tierheim-Leiter vertritt, sieht nicht mehr ganz viel Hoffnung. „Wenn nicht bald Entscheidendes passiert, müssen wir unsere Tierschutz-Arbeit einstellen und das Tierheim schließen“, so der 35-Jährige.

Noch aber gibt die Familie Romann, die inzwischen quasi als Synonym für das Tierheim steht, nicht auf. Silvana Romanns Tochter Helke (36) ist seit einem Jahr Vorsitzende des Vereins „Tierschutz Nienburg – Drakenburger Heide“ und bringt sich damit ebenfalls ein. Auch Claus Romann, Vater von Helke und Carlheinz, war aktiv daran beteiligt, den Verein wieder auf tragfähige finanzielle Beine zu stellen. „Nun aber laufen uns die Kosten davon“, so der Romann-Junior.

Die hohen Energie-Preise, ein nicht mehr brauchbarer Warmwasser-Boiler, Futter, Verwaltung und Versicherungen, marode Strom- und Wasserleitungen sowie Fenster und Türen, baufällige Wände, in denen sich Holzwürmer sattfressen, ein leerer Gas-Tank und immer wieder kein Sprit mehr in den Tierheim-Fahrzeugen, die durch den Landkreis düsen, um Fundtiere abzuholen: Es brennt nahezu buchstäblich unter dem Dach des Drakenburger Tierheims.

„Wir haben im Durchschnitt fixe Kosten zwischen 9 000 und 12 000 Euro pro Monat“, erklärt Carlheinz Romann. Beiträge der derzeit rund 380 Mitglieder sowie Zuschüsse von den Gemeinden im Landkreis sowie der Stadt Nienburg in Höhe von knapp 15 000 Euro im Jahr könnten das nicht auffangen, erklärt er sichtlich bedrückt.

Zurückgegangen sei inzwischen auch die Spendenbereitschaft. „Die Menschen spüren, dass sie immer weniger Geld zur Verfügung haben. Da bleibt für das Tierheim kaum noch etwas übrig“, blickt Carlheinz Romann den Tatsachen realistisch ins Auge.

Und dennoch: Wenn er am Tierheim-Teich steht und die Wild- sowie die dort ebenfalls schwimmende Hausgans füttert, dann ist das eine mehr als trügerische Idylle. 3 000 Euro wären nötig, um den Gas-Tank füllen zu können, 800 Euro für einen neuen Warmwasser-Boiler – das sind nur zwei Summen, die derzeit beim besten Willen nicht aufzubringen sind. Und dann flatterte da mit der Post auch noch eine Tierarzt-Rechnung ins Haus: „272 Euro für die Operation einer Katze, die wir niemals gesehen haben“, empört sich Romann.

„Es sieht wirklich übel aus um unser Tierheim“, sagt Romann. „Noch geben wir aber nicht auf – vielleicht geschieht ja sowas wie ein Wunder“, sagt er vorsichtig optimistisch.

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