In der Weihnachtszeit dürfen Kerzen nicht fehlen

Vom Tannenzapfen zur Kerze

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Silikonformen ermöglichen naturgetreue Nachbildungen.

Ein Zweckmittel der Beleuchtung ist er nicht mehr. Der Schein einer Kerze muss in Zeiten von elektrischen, Solar-, oder LED Licht nicht in Konkurrenz treten, sondern ist eine alternative Lichtquelle geworden, die vor allem eines hervorrufen kann: wohlige Stimmung. Der warme, leuchtende Glanz der Flamme sorgt für Gemütlichkeit, Entspannung und Beruhigung, besonders in der Weihnachtszeit.

Die Auswahl an unterschiedlichsten Kerzen ist ganzjährig groß, doch gerade in der Weihnachtszeit zeigt sich eine gewisse Saisonabhängigkeit: bis zu 35 Prozent des Kerzenkaufs werden dann getätigt. Das kann Sören Goldstein, Gruppenleiter der Kerzenmanufaktur Delme-Werkstätten in Sulingen, bestätigen: „Jetzt brummt der Laden“. Vor sieben Jahren hat der Heilerzieher eine Fortbildung zur Herstellung von Kerzen absolviert und sich mit „learning by doing“, so Goldstein, in das Handwerk eingearbeitet. In Bezug auf die Herstellung bleibt die Manufaktur alten Traditionen treu: Die Kerzen werden entweder gezogen oder Formen mit flüssigem Wachs befüllt. In der industriellen Kerzenherstellung nutzt man Pressverfahren, um dem Wachs das gewünschte Aussehen zu geben.

„Alles beginnt mit der Form“ und die setzt Goldstein, gerne kreativ um. Ein Tannenzapfen sei ihm in einem Kroatienurlaub auf den Bauch gefallen. Er hat ihn mitgenommen, in Silikon gegossen und das Ergebnis wurde die Vorlage für Kerzen in Zapfenform. In klassischen Weihnachtsfarben wie Grün, Rot oder Braun werden diese nun im Verkaufsraum der Manufaktur angeboten. Dort herrscht gerade in der Vorweihnachtszeit Hochkonjunktur und die Mitarbeiter erfüllen neben der eigentlichen Produktion auch den ein oder anderen individuellen Wunsch von Kunden. Ein beliebtes Weihnachtsgeschenk seien die Motivkerzen, erklärt Goldstein. Mithilfe einer Transferfolie werden persönliche Fotos oder Texte auf die unterschiedlichsten Kerzen aufgelegt.

Wachs ist Grundlage

Eine klassische Herstellungsart von Kerzen ist das Giesen von flüssigem Wachs in die gewünschte Form.

An verschiedenen Arbeitstationen erfolgt Schritt für Schritt die Produktion hin zur fertigen Kerze. Die Grundlage bilden die Wachse. Paraffin und Stearin sind nicht nur in der Delme Werkstatt gebräuchliche und gerngenutzte Materialien, da sie durch ihre unterschiedlichen Zusammensetzungen die Herstellung von verschiedenen Kerzenformen ermöglichen. Beide haben jedoch Vor- und Nachteile, erklärt Goldstein. Das auf Erdölbasis gewonnene und ungiftige Paraffin, eigne sich gut zum Durchfärben von Kerzen, da es durchsichtig sei. Nachteil wäre aber, dass Paraffinkerzen im Sommer schnell weich werden. Anders verhalte es sich mit Stearin. Auch bei wärmeren Temperaturen schmilzt es nicht und die Kerzen behalten ihre Form. Aufgrund seiner feinen Kristallstruktur und natürlichen Weißtrübung kommt es jedoch zum Durchfärben weniger infrage. Der kristalline Effekt käme aber gut bei Kunden an. Dies brachte Goldstein auf die Idee, den Wachs in Weckgläser zu gießen. Viele Kunden würden Bedenken haben, dass zuviel Wachsrückstände im Glas bleiben würden, Stearin brenne aber rückstandslos und mit wenig Ruß ab. Wie sehr eine Kerze rußt, hängt auch vom Docht ab. Dieser sei bei industriell gefertigten Kerzen oft zu dünn. Ist er jedoch an die Größe der Kerze angepasst, entstünde das Problem nicht.

Kerzenpflege großes Thema

Nicht selten wenden sich Kunden mit Fragen zur Kerzenpflege an Goldstein. Viel und gerne werde in der Weihnachtszeit Stumpenkerzen benutzt. Sein Tipp: Für ein gutes Abrennen ist es wichtig darauf zu achten, dass der Brennteller, der Bereich zwischen Docht und Rand, komplett flüssig sei. Dafür müsse eine dickere Kerze mindestens zwei Stunden brennen, so Goldstein. Wolle man Kerzenlicht nur für die Dauer einer Kaffeetafel genießen, eignen sich Kerzen mit kürzerer Brenndauer und geringerem Durchschnitt. Für ein Fest, wie Weihnachten, an dem Kerzen mehrere Stunden brennen sollen, darf der Durchmesser dann ruhig größer sein.

kan

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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