Susanna-Abraham-Platz in Nienburg offiziell eingeweiht

Ende eines komplizierten Prozesses

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Es ist vollbrach, die Stimmung gut: Der Platz am Spargelbrunnen heißt nun Susanna-Abraham-Platz. Der BlickPunkt befindet sich übrigens immer noch in der Sackstraße.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Ein Platz? Eine Straße? Oder doch lieber eine Brücke? Ideen zur Würdigung von Susanna Abraham im öffentlichen Raum Nienburgs gab es viele. Diskussionen, was das angemessene Objekt dafür sei, noch mehr.

Am Montagabend hatte die jahrelange Debatte um die Benennung eines passenden Ortes ein offizielles Ende. Der Bereich zwischen dem südlichen Ende der Langen Straße in der Kreisstadt und der Wesertorklinik heißt nun „Susanna Abraham Platz“.

Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes befreite die beiden mit einem roten Tuch verhüllten Straßenschilder im Beisein von Politik und Nienburgern mit Bezug zum Leben und Wirken von Susanna Abraham, wie Barbara Weissenborn. Es sei ein komplizierter Prozess zur Namensfindung des Platzes gewesen, erinnerte der Verwaltungschef. „Die grundsätzliche Fragestellung ist, welchen Stellenwert wir Frauen im Stadtbild auch namentlich einräumen“, blickte Onkes auf das lange Hin- und Her und die Vertagungen in den politischen Gremien zurück.

Das Kapitel Susanna-Abraham-Platz begann vor etwa zweieinhalb Jahren mit einem Antrag der Grünen, Nienburgs verdiente Bürgerin entsprechend zu würdigen. Nur wie? Zum einen sollte die Namensgebung nichts kosten, zum anderen sollte ein angemessenes Objekt den Namen von Susanna Abraham tragen.

Neben dem jetzt verwirklichten Platz hatten die Fraktionen die verschiedensten Ideen. Die reichten von der Umbenennung der Wesertorbrücke bis hin zum Warten auf bessere Gelegenheiten.

Patricia Berger, Leiterin des Stadtarchivs, nutzte die offizielle Enthüllung, um noch einmal die Verdienste von Susanna Abraham ins Gedächtnis zu rufen. Sie war eine überaus erfolgreiche Kauffrau und Stifterin der Nienburger Synagoge. Und das in äußerst schwierigen Zeiten: Im Nienburg des 18. und 19. Jahrhunderts behauptete sich die um 1746 geborene Susanna Abraham nicht nur in einer Männerwelt sondern als Jüdin auch gegen Antisemitismus. Trotz dieses Widerstandes entwickelte sie den Ellenwarenhandel ihrere Eltern zum ersten Haus am Platz.

Die Ausgaben für die Namensgebung halten sich übrigens im Rahmen. Zwei Straßenschilder kostet die Würdigung. Die Stadt hat den Platz so ausgewählt, dass keine einzige Adresse geändert werden muss. Anwohner am Susanna-Abraham-Platz gibt es nämlich nicht. Auch die Geschäftsstelle des BlickPunktes befindet sich weiterhin in der Sackstraße.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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