Stadt will Weihnachtsmarkt ausschreiben / Neuer Standort

Glühwein und Punsch vor dem Nienburger Rathaus

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Aktuell lädt die Sonne am Marktplatz eher zu einem Kaltgetränk ein. Zur Adventszeit soll hier nach Plänen von Bürgermeister Henning Onkes der Weihnachtsmarkt stattfinden.

Nienburg - von Leif Rullhusen. Noch sind es acht lange Monate bis zum Weihnachtsfest. Trotzdem stehen Glühwein, Tannenbaumschmuck und besinnliche Stimmung bereits auf der aktuellen politischen Agenda der Stadt Nienburg.

Thema im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung am Donnerstag ist nämlich eine Neuausrichtung des Weihnachtsmarktes. Die Veranstaltung auf dem Ernst-Thoms-Platz steht seit Jahren in der Kritik.

Nun will Nienburgs Bürgermeister Henning Onkes Nägel mit Köpfen machen und den Weihnachtsmarkt direkt in die Innenstadt holen. Auf dem Markt- und Kirchplatz sowie in einem Teilbereich der Langen Straße soll die festliche Budenstadt im Dezember Weihnachtsflair verbreiten. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung will die Kreisstadt – sofern die Politik dazu grünes Licht gibt – eine entsprechende Dienstleistungskonzession an einen verantwortlichen Veranstalter vergeben. Ein „All-Inclusive-Paket“, dessen Eckdaten allerdings noch nicht feststehen. „Details, wie beispielsweise die genauen Öffnungszeiten, würden wir mit dem Veranstalter absprechen“, erläutert Friedrich Decke, Leiter des zuständigen Fachbereichs für Sicherheit und Ordnung.

Fest steht hingegen das Aus für den vom Schaustellerverband bislang am Ernst-Thoms-Platz organisierte Markt, sofern der neue Markt die nötige politische Rückendeckung bekommt und sich ein Veranstalter findet. Wie die Zukunft für den von der Bürgerstiftung ausgerichteten „Winterwald“ in diesem Fall aussieht, ist dagegen noch offen. „Wünschenswert wäre natürlich eine Integration in den neuen Weihnachtsmarkt“, sagt Decke. Das lehnt die Bürgerstiftung allerdings ab.  „Wir wollen dort bleiben, wo wir sind. Schließlich hat unser Markt einen anderen, nicht kommerziellen Anspruch“, macht der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Hans-Jürgen Meyer unmissverständlich klar. Außerdem passe die Größe und die Lage des aktuellen Standortes.

Seitens der Politik erhalten die Umzugsideen des Bürgermeisters grundsätzlich Rückenwind. Allerdings gibt es Zweifel hinsichtlich des Konzeptes und des Zeitplanes. Die Ausschreibung endet bereits am 20. Mai. „Eine Veränderung ist begrüßenswert, aber ich habe Bedenken, dass sich dieses hochgesteckte Ziel so schnell umsetzen lässt“, erklärt Marktbürgermeister und Ausschussvorsitzender Tim Hauschild. Ein potenzieller Veranstalter habe nicht einmal einen Monat Zeit für eine Bewerbung. „Warum sollte ein Aussteller seinen bisherigen gesicherten Standort aufgeben, um zukünftig in Nienburg zu verkaufen?, fragt sich der Christdemokrat. WG-Ausschussmitglied Dietmar Thomsik findet die Idee auch gut, macht aber ebenfalls auf einige Dinge aufmerksam, die zu klären seien. So dürfe zum Beispiel der Lieferverkehr durch den Markt nicht behindert werden. Wenn der Weihnachtsmarkt sich bis in die Lange Straße ausdehne, müsse eine Lösung gefunden werden, wo dann die betroffenen Beschicker des Wochenmarktes bleiben. Diesem Punkt stimmt SPD-Fraktionschefin Anja Altmann zu. „Wir dürfen die Marktbeschicker dort nicht während der Weihnachtszeit vertreiben“, fordert die Sozialdemokratin. Grundsätzlich sei es aber gut, dass Bürgermeister Henning Onkes das Thema jetzt angeschoben habe. „Der Weihnachtsmarkt ist in der Innenstadt vor der historischen Kulisse des Markplatzes einfach besser angesiedelt.“ Uneingeschränkte Unterstützung bekommt die Idee von den Grünen. „Der zentrale Standort wird dem Markt neues Leben einhauchen“, ist deren Fraktionschef Peter Schmithüsen überzeugt. Wichtig sei, dass die örtlichen Vereine und ehrenamtlichen Institutionen, wie in der Ausschreibung gefordert, eingebunden werden. Neben diesem Punkt legt die Ausschreibung unter anderem die Gestaltung (nach Möglichkeit mit Holzbuden) und das Angebot (eine Vielzahl von kunsthandwerklichen Erzeugnissen) des Marktes fest. Auch das Bühnenprogramm und die Hintergrundmusik will die Stadt nicht dem Zufall überlassen.

Quelle: BlickPunkt Nienburg

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