Vier archäologische Projekte im Landkreis / Großes Interesse der Unis

Auf Spurensuche im Erdreich

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Dr. Jens Berthold, Siegmund Graf Adelmann und Landrat Detlev Kohlmeier (v.l.) gaben einen Überblick über die vier Ausgrabungsprojekte im Landkreis. ·

Nienburg - Von Leif Rullhusen. „Im Staub, im Verborgenen finden hochinteressante Dinge statt“, fasst Landrat Detlev Kohlmeier die archäologischen Projekte im Landkreis Nienburg ebenso knapp wie treffend zusammen.

Allein vier Grabungsstätten entlang der Mittelweser nehmen Archäologie-Studenten verschiedener Universitäten im Rahmen sogenannter Lehrgrabungen aktuell genauer unter die Lupe. „Das archäologische Interesse der Universitäten an diesem Landkreis ist einzigartig. Etwas Vergleichbares gibt es in dieser Region in keinem anderen Kreis“, betont Kommunalarchäologe Dr. Jens Berthold.

Der gab gemeinsam mit dem Landrat und dem Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft, Siegmund Graf Adelmann, einen Überblick über die Projekte. „4 280 Objekte an verschiedenen Fundstellen haben wir in Arbeit“, berichtet Berthold. Die im regionalen Vergleich überdurchschnittlich hohe Zahl resultiere an dem großen Interesse der Universitäten. Eines, das vor allem dem Engagement und den Kontakten des Kommunalarchäologen zu verdanken ist. Um ihren Studenten nämlich praktische Erfahrungen zu vermitteln, organisieren Hochschulen Lehrgrabungen – Ausgrabungen, bei denen die Studenten unter Anleitung auf Spurensuche gehen. Die entsprechenden Übungsobjekte vermittelte Dr. Berthold.

So starten Hochschüler der Uni Regensburg im August zu einer sechswöchigen Grabungskampagne an der Burg Wölpe, beschäftigt sich die Uni Hamburg ab September mit einem jungsteinzeitlichen Erdwerk bei Müsleringen und erforschen Hochschüler der Uni Göttingen im kommenden Monat im Gewerbegebiet Lemke Siedlungsreste der vorrömischen Eisen- sowie der römischen Kaiserzeit. Zudem will die Uni Hannover gemeinsam mit dem Landesdenkmalamt die Burganlage am Oyler Berg vermessen. „Vor Sensationen ist man nie gefeit, aber wir sollten nicht mit zu viel Erwartungen an die Grabungen herangehen“, bremst Berthold übertriebene Euphorie allerdings schon im Vorfeld. Trotzdem verspricht er sich neue Erkenntnisse – speziell von den Erdwerken bei Müsleringen. „Dort sind merkwürdige Dinge passiert“, berichtet der Kommunalarchäologe. „Es gibt Belege, dass dort auch Sachen geopfert wurden.“

Das akademische Forschungsuinteresse an dieser Region geht noch weiter: Derzeit entstehen an der Uni Göttingen zwei Doktorarbeiten. Eine beschäftigt sich mit dem Urnengräberfeld in Leese und die andere mit dem Lebensumfeld von Moora, der berühmten Moorleiche aus Uchte.

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