„Hoya Open Air“ im Park bietet Rock mit Akzenten / Lob an „stille Helfer“

Ein Sommernachtstraum: laut, rockig, spontan

Sie können laut – aber einige Lieder, die Jennifer Marlow aus Neubruchhausen und Gitarrist Tim Grebe spielten, gingen eher in Richtung Rock-Ballade. ·

Hoya - Von Tjerk Wehland - Sommerabende in Hoya sind meist beschaulich und ruhig. Doch diesen Sonnabend war überall in der Stadt laute Rockmusik zu hören, und viele Einwohner rockten mit – direkt im Bürgerpark, beim „Hoya Open Air“.

„Am meisten Spaß macht es mir, wenn der Abend ohne Unfälle verläuft“, formuliert Mitorganisator Tim Kroll seine Hoffnung im Vorfeld des Konzerts. Es ist Sonnabend, kurz nach 20 Uhr. Backstage, hinter der vom THW errichtete Bühne, geht es hektisch zu. Gleich tritt Jennifer Marlow mit Gitarrist Tim Grebe auf, mehrere hundert Gäste haben sich bereits eingefunden – das neunte „Hoya Open Air“ kann beginnen.

In diesem Jahr haben es erstmals Tim Kroll und sein Kollegen Mark Seidel federführend organisiert. „Eigentlich hatten wir im letzten Jahr nur angeboten, einige Bands zu holen“, sagt der gelernte Veranstaltungskaufmann Seidel. Als sich ihnen jedoch die Möglichkeit bot, das ganze Konzert ehrenamtlich zu planen, überlegten die beiden nicht lange. „Es macht einfach unheimlichen Spaß, so etwas mit vielen freiwilligen Helfern auf die Beine zu stellen“, erklärt Tim Kroll und hebt besonders die Arbeit des THW hervor. „Die haben sich seit heute Vormittag um Strom, Beleuchtung, Bühne und vieles mehr gekümmert – eigentlich sind sie die stillen Organisatoren dieses Events.“ Ohne die Helfer wäre eine solche Veranstaltung nicht durchzuziehen.

Als um kurz nach 19 Uhr die ersten Gästen im Bürgerpark eintrafen und es sich auf Bänken, Picknick Decken oder in Camping stühlen bequem machten, war alles bereits bestens vorbereitet.

Noch mit etwas verhaltenem Applaus begrüßen sie kurz nach 20 Uhr Jennifer Marlow auf der Bühne. Die Sängerin aus Neubruchhausen kann das Eis schnell brechen und zieht die Zuhörer in ihren Bann. Mit gekonnten Gitarrengriffen begleitet Tim Grebe die 25-Jährige, aber ihr Gesang steht im Vordergrund. Die Texte drehen sich um das Leben und wie es so spielt. In „Dangerous“ („Gefährlich“) erzählt sie, wie man gefährliche Dinge als solche erkennt, und warum man dann doch nicht von ihnen lassen kann.

Ihr Gesang ist manchmal ruhig, als sänge sie eine Ballade, mal laut und rockig. Als die Jennifer Marlow und ihr Gitarrist nach 40 Minuten die Bühne verlassen, können sie sich bei anhaltendem Applaus sicher sein, eine gute Show geliefert zu haben.

Dann wird die Deko umgestellt, es wird dunkler, ein paar rostige Kerzenständer, ein Tierschädel kommen auf die Bühne. Noch bevor „Impius Mundi“ sie betritt, weiß jeder, dass jetzt die Lokalmatadore an der Reihe sind. Es wird laut – lauter als bei Marlow. „Impius Mundi“, das ist Rockmusik im Stil des Mittelalters, mit Percussion, Dudelsack, E-Gitarre, Flöte und Gesang. Die Band singt vom Trinken und der Einsamkeit, aber auch vom Feiern. Doch bei einer Rockballade beweist Sänger Jonas Goltz eindrucksvoll, dass auch bei „Impius Mundi“ Feuerzeuge geschwenkt werden können. Die fünf Männer bietet wie Jennifer Marlow Rock mit vielen Akzenten und erhalten eine Menge Beifall.

Dann gehört „Jailrock“ die Bühne. Die Band um Malte Lackmann und Lars Hofmann spielt rockiges aus den 80-ern und animiert einige im Publikum sogar zu ausgelassenem Tanz. „Jailrock“ will jeden Auftritt zu etwas Besonderem machen, und schafft das auch: Die Band spielt viele Lieder ganz spontan und orientiert sich bei der Wahl der Cover-Versionen auch an Publikumswünschen.

Dann schlägt es Mitternacht, die letzten Gitarrentöne klingen aus, und es senkt sich wieder die Ruhe einer Sommernacht über Hoya – längstens jedoch bis zum nächsten Open Air im Bürgerpark.

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