Tjerk Wehland berichtet über seine Zeit in Südafrika / Viele Vorurteile widerlegt

Smartphones sind überall

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Der Finger nach oben deutet es an: Tjerk Wehland ist oft mit dem Taxi in die Stadt gefahren. ·

Bücken - Von Marvin KöhnkenJeder, der sich in Südafrika kein Auto leisten kann, fährt mit dem Taxi von Ort zu Ort. Tjerk Wehland war das im Vorfeld seines einjährigen Aufenthalts in dem Dorf Lenyenye nicht bewusst. Der Holtruper nutzte ein Freiwilliges Soziales Jahr, um über den eigenen Tellerrand zu blicken und tatkräftig in einem Kinderhilfsprojekt mitzuarbeiten.

In einem Vortrag über diese Zeit von August 2011 bis Juli dieses Jahres nahm der 20-Jährige am späten Freitagnachmittag rund 50 Gäste mit auf eine Reise in das vielfältige Land an der Südspitze Afrikas. Im Bücker Gemeindehaus berichtete er mithilfe einer Auswahl an Fotografien über das Land und seine Kultur sowie darüber, welche Erlebnisse er dort hatte und welche Eindrücke er sammeln konnte.

Nach seinem Abschluss am Johann-Beckmann-Gymnasium in Hoya hat sich Wehland auf eigene Faust daran gemacht, die Zeit vor seinem Studium für sich und andere sinnvoll zu füllen. „Ich habe gelernt, dass jeder etwas geben oder machen kann, anstatt sich nur hinzustellen und über Dinge zu meckern“, sagte Wehland, der in Deutschland unter anderem als Betreuer im Sportverein aktiv war.

Während seiner Tätigkeit für die Hilfsorganisation „Children of the Dawn“ erhielt er die Chance, 60 Jungen und Mädchen in einer Tagesstätte nachmittags zu betreuen und vielseitige Unternehmungen für sie zu organisieren. „90 Prozent der Kinder dort waren zumindest Halbwaise“, berichtete er. Bei seiner Gastfamilie lebte er mit einer allein erziehenden Mutter, ihren zwei Kindern und einem einjährigen Enkelkind zusammen.

Neben seiner Arbeit lernte Tjerk Wehland zig Aspekte des Lebens in Südafrika kennen. „Viele Dinge, die man über das Land hört, haben sich für mich als reine Vorurteile erwiesen.“ So wohnte er zwar in einer äußerlich unscheinbaren Wellblechhütte, musste aber kaum auf moderne Elektronik verzichten. „Die Menschen schauen nach dem Aufstehen erst einmal auf ihr Smartphone. Ich hatte dort besseren Empfang als in Holtrup“, sagte er und fügte lachend hinzu: „Und auch von dem Wasser, das man täglich holen konnte, ging keine Gefahr aus, wenn man die kleinen Tierchen herausgefischt hatte.“

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die jüngeren Zuhörer die Gelegenheit, sich über die Voraussetzungen für einen solchen Auslandsaufenthalt zu informieren. „Wer nur einen guten Grund für einen längeren Urlaub sucht, ist bei einer solchen Organisation falsch“, betonte Wehland. „Aber wer dort angenommen wird und es möchte, kann sich mit Sicherheit auf eine gut organisierte und lehrreiche Zeit einstellen.“

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